Sichere und respektvolle Geburt

Die WHO hat den diesjährigen Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September unter das Motto: „Act now for a safe and respectful childbirth!“ mit dem Fokus „Safe maternal und newborn care“ gestellt.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) und seine aktiven und engagierten Mitstreiter*innen erarbeiten schon seit einem Jahr mit den gemeinsam getragenen Visionen aus dem Zukunftsforum Geburtshilfe, was sie sich unter einer sicheren und respektvollen Geburtshilfe vorstellen. Das WHO-Motto 2021 deckt sich wunderbar mit diesen Wünschen.

„Die WHO hat den Tag unter ein tolles Motto gestellt. Leider hat das Aktionsbündnis für Patientensicherheit mit der Übersetzung: „Sicher vom ersten Atemzug“ die Mutter und Schwangerschaft komplett ausgeklammert – und somit auch einen großen Teil der Hebammen-Arbeit. Das macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns einer sicheren und wertschätzenden Geburtshilfe verschreiben“, so DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer.

Handeln Sie jetzt für eine sichere und respektvolle Geburtshilfe (DHV-Pressemitteilung, 15.09.2021)

Zum Motto auf der Website der WHO Deutschland

Zum Motto auf der Website der WHO Europe (englischer Originalwortlaut)

Beitragsbild: WHO/Malin Brink

Mehr außerklinische Geburten 2020 in Baden-Württemberg

Die Zahl der geplant außerklinisch begonnenen Geburten, wie Hausgeburten und Geburten in Geburtshäusern oder anderen hebammengeleiteten Einrichtungen, ist im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gestiegen. Auch der Hebammenverband Baden-Württemberg wurde schon verschiedentlich um eine Einschätzung zu dieser Tendenz gebeten.

„Wir können hierzu nur mit Erfahrungswerten Stellung nehmen, es gibt keine wirklich belastbare Erhebung dazu. Gespräche mit Kolleginnen und Schwangeren lassen vermuten, dass diese Tendenz auf die Pandemie zurückzuführen ist, wobei die Entscheidung auf zwei unterschiedlichen Gründen basiert“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. „Die Frauen haben einerseits Sorge, sich in einer Klinik mit Covid-19 anzustecken, auch wenn es hierfür keinerlei Statistik gibt. Die Hygienelage in den Geburtsstationen entspricht nach unserer Information den offiziellen Anforderungen. Andererseits gab und gibt es Geburtsstationen, die seit Corona ihre Hygienemaßnahmen sehr stark ausweiten und daher die Anwesenheit der Partner während oder auch nach der Geburt nur bedingt oder gar nicht zulassen. In dieser sensiblen Lebenslage ist das für viele junge Paare ein No-Go“, so die Hebamme.

Die Fragen gehen zurück auf eine Kleine Anfrage an den Landtag von Baden-Württemberg durch den Landtagsabgeordneten Dr. Michael Preusch zur „Geburtshilflichen Versorgung in der Region“ (27.7.2021, Drucksache 17 / 629, Eingang 28.7.2021)

Impfen während Schwangerschaft und Stillzeit?

Wir bekommen seit einiger Zeit vermehrt Anfragen von Schwangeren und stillenden Wöchnerinnen zum Thema Impfen. Hebammen dürfen weder beraten noch Empfehlungen für oder gegen das Impfen abgeben. Das möchten wir hier auch nicht tun.

Die Stiko (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, RKI) hat noch keine Empfehlungen zur Impfung von Schwangeren ausgesprochen. Das RKI informiert regelmäßig über den aktuellen Stand ihrer wissenschaftlichen Einschätzung zur Infektion und zum Infektionsschutz, wie das Impfen.
Nachtrag vom 17.9.2021: Die STIKO hat eine Empfehlung zur Impfung gegen Covid 19 von Schwangeren und Stillenden mit wissenschaftlicher Begründung ausgesprochen.

Mit Blick auf das Stillen verweisen wir ganz allgemein auf die offiziellen Informationsplattformen, die wir auf unserer Website unter den Hilfreichen Links für Eltern (Pulldown + Stillen) zusammengestellt haben.

Foto: FRANK MERIÑO von Pexels

Landhebamme Daniela gibt Einblick in ihren Alltag

Friederike Kempter – bekannt als Nadeshda Krusenstern aus dem Tatort Münster und derzeit selbst hochschwanger – war für den SWR bei der Hebamme Daniela in Triberg/Schwarzwald zu Besuch.
Sie erlebt eine energische Frau, die mit Leib und Seele für die bestmögliche Versorgung schwangerer Frauen auf dem Land kämpft. Die beiden Frauen tauschen sich aus über Familie und Kinderkriegen, über Arbeit bis zum Umfallen und den Versuch, sich selbst dabei nicht zu verlieren.

Die erste Folge der Mini-Dokureihe „Friederike klopft an!“ widmet sich diesem Thema.
„Daniela, die Hebamme auf dem Land“ wurde am 4.6.21 im SWR-Fernsehen ausgestrahlt und ist in der Mediathek bis 8.6.22 abrufbar.

 

Beziehung zwischen Hebamme und Erstgebärender

Umfrage läuft Ende März aus! Wir bitten unsere Hebammen, diese Umfrage, die sich an Erstgebärende richtet, an ihre jungen Mütter und Schwangeren weiterzuleiten:

Aufruf zur Umfrage

Link zur Umfrage

Die Umfrage läuft bis Ende März 2021

Antonia Göggerle-Locher ist Hausgeburtshebamme in Ravensburg, Mitglied in unserem Verband und studiert seit 2018 im Masterstudiengang MSc Hebamme an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Der empirische Teil ihrer Arbeit besteht aus einer einmaligen Online-Befragung zum Thema:

“Geburtserleben beim ersten Kind – Welche Rolle spielt die Beziehung zur Hebamme?”

Die Umfrage soll möglichst ganz Baden-Württemberg erreichen und sowohl klinische als auch außerklinische Geburtserlebnisse abbilden.

Bei Fragen richten Sie sich gerne an: goeggant@students.zhaw.ch

Hebammenarbeit unter Corona

TV-Interview mit der Hebamme Hedwig Pogadl

Hedwig Pogadl ist seit 30 Jahren Hebamme in Blaustein. Mit erfrischender und mutmachender Zuversicht erzählt die Vorsitzende der Kreisgruppe Alb-Donau/Ulm in einem TV-Interview von ihrer Arbeit unter Corona: Über die Betreuung von Eltern und ihren Neugeborenen, wie „Das Licht des Lebens“, von der Digitalisierung in ihrem Beruf, vom wachsenden Arbeitsaufwand, vom deutlich spürbareren Hebammenmangel, von der endlich zugestandenen Impfpriorisierung und dem Schicksal als frischgeborene „WhatsApp-Oma“, das sie mit vielen Omas derzeit teilt.
Klagen ist für Hedwig Pogadl keine Option. Sie nimmt die Dinge an, wie sie sind, und packt einfach zu. Ein schönes Vorbild, wie wir meinen.

Das Interview wurde in der Sendung „Kaffee oder Tee“ am 16.03.2021 auf SWR3 ausgestrahlt. Der Beitrag beginnt bei Minute 1:30.

Weltfrauentag: Frauen in die Politik!

Am Montag, 8. März, ist Internationaler Frauentag. Viele Organisationen und Verbände machen seit über hundert Jahren weltweit an diesem Tag auf die Stellung der Frau aufmerksam. Bei uns ist es unter anderem der Landesfrauenrat Baden-Württemberg. Er möchte mit seiner Kampagne dieses Jahr die Frauen in der Politik sichtbar machen. Die Kampagne ist ein Baustein in den Bemühungen, die Reform des baden-württembergischen Landtagswahlrechtes zu unterstützen. Ziel ist, mehr Frauen ins Parlament zu bringen, um endlich eine gleichberechtigte Repräsentation zu erreichen.

Frau – Familie – Beruf
„Mitgestalten – das ist der Schlüssel zur Gleichberechtigung. Wenn wir uns nicht aktiv einmischen, werden andere die Voraussetzungen schaffen, unter denen wir leben und arbeiten. Das sind derzeit immer noch überwiegend Männer, die oft völlig andere Interessen verfolgen“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Familie und Beruf zu vereinen, sei für Frauen immer noch eine große Herausforderung und gerade die Pandemie habe die Schwachstellen unserer vermeintlichen Gleichberechtigung aufgezeigt, was derzeit in allen Medien angeprangert werde. „Damit es nicht beim reinen Anprangern bleibt, müssen Frauen sich einmischen.“

Hebamme – prädestiniert für die Politik
Die Hebammen haben jüngst in ihrem frauendominierten Beruf wieder einmal erlebt, wie intensiv frau sich einmischen muss, um mitgestalten zu dürfen – in Bereichen, in denen es eigentlich selbstverständlich sein sollte. So haben sie in mühevollen Auseinandersetzungen erreicht, dass Hebammen (w/m/d) und nicht berufsfremde VertreterInnen als wissenschaftliche Fachkräfte die Lehre des Hebammenstudiums übernehmen müssen, und die Hebamme betont, dass dies auch im neuen Hebammengesetz verankert wurde. Eichenauer verweist auf die Geschichte der Hebammenausbildung, die im 19. Jahrhundert den Ärzten anvertraut wurde und so zur Dominanz des (auch heute noch) überwiegend männlichen Berufsstandes gegenüber (nach wie vor) überwiegend weiblichen Hebammen geführt hatte. „Ein gleichermaßen geschlechterspezifischer als auch beruflicher Missstand, den es endlich zu beheben gilt.“ Für die Vertreterin eines überwiegend weiblichen Berufs ist die von der EU eingeforderte Akademisierung des Hebammenberufs ein wichtiger Baustein, um auf Augenhöhe mit MedizinerInnen anerkannt und vor allem auch angemessen bezahlt zu werden. Und die parlamentarische Parität sei das Fundament für das längst fällige gleichberechtigte Miteinander schlechthin.
„Gerade in unserem beruflichen Umfeld können sich streitbare Politikerinnen finden: Hebammen wie Mütter – genau die brauchen wir“, so Jutta Eichenauer, die dazu aufruft, das vom Landesfrauenrat bereitgestellte Kampagnen-Material „Frauen in Politik sichtbar machen“ zu nutzen.

 

 

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg lädt HEUTE zum digitalen Fachdialog ein,
schalten Sie sich zu!

 

 

Frauen, macht Politik!
Ein ähnliches Beispiel in Baden-Württemberg ist BoRa. Das ist eine Gruppe von politisch aktiven Frauen aus den Landkreisen Bodenseekreis und Ravensburg, die sich parteiübergreifend und überregional dafür einsetzen, mehr Frauen für die politische Teilhabe zu gewinnen.

Dafür haben Sie ein Kurzvideo gemacht, in dem Sie die Frage stellen: In Deutschland leben rund eine Million mehr Frauen als Männer – und wer macht eigentlich die Politik?
Inzwischen zählt ihr Bündnis über 70 kommunalpolitisch aktive Frauen als Mitstreiterinnen und Unterstützerinnen.
Instagram: borafrauenpolitik , Facebook: BoRa Frauenpolitik

Auch im Landkreis Böblingen haben sich Frauen mit dem gleichen Anliegen zusammengeschlossen, hier unter dem Namen FRIDA.

Raus aus der Nische!
Der Deutsche Hebammenverband (DHV) findet zum Weltfrauentag klare Worte: Geburten kennen keinen Lockdown. Sie passieren ständig und müssen verlässlich und gut begleitet werden. Wer Frauen-, Familien- und Kinderrechte stärken will, muss handeln: Jetzt ist die Zeit, politische Zielvorgaben wie das Nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ endlich umzusetzen. Auch für dieses Ziel ist es wichtig, dass Frauen die Politik mitgestalten.

Geburtshilfe gehört in die Mitte der Gesellschaft (DHV-Pressemitteilung, 05.03.2021)

Das Motto des Weltfrauentags 2021 lautet “Let’s all choose to challenge”. Lasst uns die Herausforderung wählen!

Weitere Informationen zum Weltfrauentag:

Geschichte des Weltfrauentags (DGB)

Die UN-Frauenorganisation

Auswahl unserer Beiträge zu den Weltfrauentagen 2020, 2019, 2018 und 2017.
Auch Oliver Welkes bissiger Grup zum Weltfrauentag 2018 hat seine Aktualität nicht eingebüßt.

Sechs Standorte für Hebammenstudium in Baden-Württemberg

Die Akademisierung der Hebammenausbildung in Deutschland ist erreicht. Für Baden-Württemberg stehen derzeit sechs Standorte für Hebammen-Bachelorstudiengänge fest, zwei universitäre in Freiburg und Tübingen, vier Hochschulen in Heidenheim, Karlsruhe, Stuttgart und Furtwangen. Tübingen entwickelt gleichzeitig einen Masterstudiengang.

„Jetzt bekommen wir ein vielfältiges Berufsbild. Hebammen können als Wissenschaftler*innen die akademische Laufbahn ergreifen (was wir dringend für die Erforschung unseres eigenen Berufsstands benötigen) oder auch in der Praxis arbeiten. Zudem gibt es nach wie vor die nach altem Recht ausgebildeten Hebammen, was auch für eine Übergangsphase bis 2022 möglich bleibt. Das ist wunderbar, denn alle Formen haben ihre eigene Berechtigung, und somit kann jede/jeder selbst entscheiden, welche Richtung die eigene berufliche Entwicklung nehmen soll“, freut sich Jutta Eichenauer über die neu gewonnenen Möglichkeiten für ihren Beruf.

Die 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg betont dabei, dass es für die ältere Hebammengeneration nun auch möglich sein müsse, den Bachelor-Abschluss niederschwellig erwerben zu können, wenn sie das möchte. „Diese Hebammen sind ja hervorragend ausgebildet, haben oft eine umfangreiche Berufserfahrung, die durch nichts zu ersetzen ist, und üben seit Jahren ihren Beruf mit höchstem Verantwortungsbewusstsein aus.“ Sie für ein volles dreijähriges Studium zu verpflichten, hält Eichenauer für abwegig. Hier müsse es Wege geben, die bisherige Leistung anzuerkennen und nur ganz spezielle Bereiche, wie aktuelle wissenschaftliche Studieneinheiten, zusätzlich für den akademischen Abschluss anzufordern.

Die sechs Standorte:

Universität Freiburg

Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft startet in Freiburg (Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg, 29.01.2021)

Universität Tübingen

DHBW Heidenheim

DHBW Heidenheim startet primärqualifizierenden Hebammen-Studiengang im Oktober 2021 (Pressemitteilung der DHBW Heidenheim, 29.01.2021

Hochschule Furtwangen

Neuer Studiengang Hebammenwissenschaft startet an der HFU (HFU-Pressemitteilung, 29.01.2021)

DHBW Karlsruhe

Primärqualifizierendes Studium zur Hebamme startet im Herbst 2021 an der DHBW Karlsruhe (Pressemitteilung der DHBW Karlsruhe, 29.01.2021)

DHBW Stuttgart: Angewandte Hebammenwissenschaft – Hebammenkunde

DHBW Stuttgart: Angewandte Hebammenwissenschaft – berufsintegrierend

Foto: Andrea Piacquadio, Pexels

Wie viel Wissen tut gut?

„Schwangerschaft als Entscheidungsfall: Wieviel Wissen tut uns gut?“ Das ist der Titel des Interprofessionellen Fachforums, das am 2. Dezember 2020 virtuell stattgefunden hat. Es ist das 3. Interprofessionelle Fachforum, das die Pua-Fachstelle der Diakonie Württemberg in Kooperation mit dem Hospitalhof ausgerichtet hat.

Nichtinvasive Pränataltests (NIPT) auf Trisomien sollen voraussichtlich ab nächstem Frühjahr bei den Krankenkassen werden können. Doch diese Tests bleiben nicht ohne konfliktreiche Folgen für die Eltern, für die Berufsgruppen, die sie begleiten, und letztlich auch für uns als Gesellschaft. Um sich darüber zu informieren und auszutauschen, haben sich Schwangerschaftsberater*innen, Hebammen, Ärzt*innen, Trauerbegleiter*innen, Vertreter*innen von Verbänden und Vereinen virtuell zu einer dreistündigen Veranstaltung zusammengefunden.

Die Diakonie Württemberg berichtet über die Veranstaltung auf ihrer Website und hat dort auch die Präsentationen und Vorträge veröffentlicht.

Foto: Daniel Reche, Pexels

Stärkung der Geburtshilfe: Land fördert fünf zukunftsweisende Lokale Gesundheitszentren

Die Landesregierung will die Situation von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen im Land verbessern und fördert weitere Gesundheitszentren mit dem Schwerpunkt Geburt. Der Runde Tisch Geburtshilfe unter Leitung von Staatssekretärin Bärbl Mielich hatte im Jahr 2019 beschlossen, die Geburtshilfe in Baden-Württemberg durch die Erprobung lokaler Gesundheitszentren weiter zu verbessern. Bereits 2019 konnten daraufhin vier zukunftsweisende Modellprojekte gefördert werden, in denen unterschiedliche Professionen und Fachgebiete eng miteinander zusammenarbeiten und somit die Betreuung Schwangerer, Gebärender und Wöchnerinnen bedarfsgerecht weiterentwickelt wird. Die Landkreise Reutlingen und Sigmaringen, der Ortenaukreis sowie die Stadt Radolfzell erhielten einen Zuschlag von bis zu 150.000 Euro.

Staatssekretärin Bärbl Mielich: „Die Modellprojekte sollen dabei helfen, die geburtshilfliche Versorgung im Land flächendeckend sicherzustellen.“

Aufgrund der großen Nachfrage hat das Ministerium für Soziales und Integration 2020 einen zweiten Förderaufruf veröffentlicht. Auf den entsprechenden Aufruf gingen insgesamt zehn Anträge ein: Den Zuschlag erhalten die Filderklinik gGmbH, die Diakonische Bezirksstelle Freudenstadt, die Haus der Familie gGmbH Heilbronn, die hebammerei e.V. Ravensburg sowie der Landkreis Sigmaringen.

„Alle fünf Vorhaben haben das Ziel, die geburtshilfliche Versorgung vor Ort zu verbessern und darüber hinaus wichtige Erkenntnisse für Versorgungskonzepte anderer Regionen in Baden-Württemberg zu gewinnen“, sagte Staatssekretärin Bärbl Mielich am Sonntag (14. November) anlässlich der Bekanntgabe der geförderten Projekte. „Die vier im Jahr 2019 geförderten Projekte konnten uns bereits Erkenntnisse für eine bedarfsgerechte Versorgung in der Geburtshilfe liefern, die wir nun weiter ausbauen und vertiefen möchten.“

Die Projekte in der Übersicht:

Filderklinik gGmbH: „Gesundheit für Familien vor Ort gemeinsam gestalten – multiprofessionelle Betreuung von Frauen, Neugeborenen und Familien“ (110.000 Euro)

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Lokalen Gesundheitszentrums an der Filderklinik. Durch den Aufbau eines Netzwerks soll die Zusammenarbeit der Professionen verbessert werden. Eine Internetplattform soll einen ersten niedrigschwelligen Kontakt ermöglichen. Durch die zentrale Steuerung können entsprechende Ansprechpartner für die Frauen vermittelt werden. Durch den Einsatz von mehrsprachigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann auch die Kommunikation mit nicht-deutschsprachigen Frauen verbessert werden. Der ganzheitliche Ansatz der Filderklinik sieht ebenfalls eine Stärkung der Frauen rund um die Geburt vor.

Diakonische Bezirksstelle Freudenstadt: „Netzwerkbegleitung in der Geburtshilfe“ (33.246 Euro)

Das Projekt will die geburtshilfliche Versorgung im Landkreis Freudenstadt durch eine lokale Anlaufstelle für Familien zur geburtshilflichen Versorgung verbessern. Das lokale Gesundheitszentrum (LGZ) soll als koordinierende Stelle im Rahmen der geburtshilflichen Versorgung agieren. Durch das LGZ soll eine enge Vernetzung der beteiligten Akteure unter Einbeziehung der Betroffenen entstehen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgungssituation im Flächenlandkreis führen soll. Das LGZ soll an verschiedenen Schnittstellen in der geburtshilflichen Versorgung ansetzen und sowohl die Begleitung vor der Geburt als auch die Begleitung in der ersten Lebensphase eines Neugeborenen fortwährend weiterentwickeln und verbessern. Durch eine kontinuierliche Begleitung von vertrauten Personen aus dem aufgebauten Hilfssystem soll den Schwangeren und Wöchnerinnen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen vermittelt werden.

Haus der Familie gGmbH „Lokale Anlaufstelle für Familien zur geburtshilflichen Versorgung in Heilbronn“ (110.000 Euro)

Das Projekt will die geburtshilfliche Versorgung im Stadt- und Landkreis durch eine lokale Anlaufstelle für Familien zur geburtshilflichen Versorgung in Heilbronn verbessern. Das Projekt knüpft an das Haus der Familie (HdF) in Heilbronn an, wodurch ein bereits bestehendes Kooperationsnetzwerk genutzt werden kann. Ziel ist die Professionalisierung und Digitalisierung der Beratung, Betreuung und Begleitung von Schwangeren, Wöchnerinnen, jungen Familien und Vätern in Heilbronn durch die Etablierung eines Lotsenangebots. Durch die lokale Anlaufstelle soll eine verbesserte Kooperation entstehen und somit eine interprofessionelle Versorgung ermöglicht werden. Das Kooperationsnetzwerk bietet die Möglichkeit, Versorgungslücken zu erkennen und diese zu schließen.

Die hebammerei e.V.: „Geburtszentrum Landkreis Ravensburg“ (72.009 Euro)

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines hebammengeleiteten Geburtszentrums. Dieses soll die Wahlfreiheit der Schwangeren über den Geburtsort gewährleisten. Im Landkreis Ravensburg besteht aktuell nur die Möglichkeit in einer Klinik oder per Hausgeburt zu entbinden, das Geburtszentrum bietet eine weitere Möglichkeit der außerklinischen Geburtshilfe. Das Geburtszentrum soll außerdem eine offene Sprechstunde und ein Vermittlungsangebot für Frauen bieten, die keine Hebammen gefunden haben. Durch eine bessere Vernetzung der beteiligten Akteure soll die Versorgung der Frauen optimiert werden. Zugleich soll durch die Einbindung in ein Netzwerk die Arbeitsbelastung der Hebammen, aber auch der sonstigen Akteure verringert werden.

Landkreis Sigmaringen: Familien- und Gesundheitszentrum Pfullendorf (95.845 Euro)

Ziel des Projektes ist die Sicherstellung der sektorenübergreifenden und flächendeckenden Versorgung rund um die Geburt durch die Etablierung eines Familien- und Gesundheitszentrums im SRH Klinikum in Pfullendorf. Das Familien- und Gesundheitszentrum kann bereits bestehende Strukturen des Projekts „Guter und gesunder Start ins Leben“ nutzen, wodurch die Umsetzbarkeit gewährleistet wird. Das Konzept beruht auf folgenden drei Säulen: 1. ärztliche Dienste, 2. Hebammendienste mit Hebammenstützpunkt sowie Hausbesuchsdienst und 3. soziale Dienste und Gesundheitsförderung. Eine Bestandsanalyse aus dem Jahr 2018 machte die Unterversorgung im Bereich der Hebammenhilfe im Landkreis Sigmaringen sichtbar. Aufgrund großer Schwierigkeiten, im Raum Pfullendorf eine Hebamme zur Wochenbettbetreuung zu finden, soll dort das Familien- und Gesundheitszentrum entstehen, um Versorgungsengpässen entgegenzuwirken. Das Projekt soll eine lückenlose Versorgungskette rund um die Geburt implementieren.

Hintergrundinformationen Runder Tisch Geburtshilfe:
Teilnehmende des Runden Tischs sind die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, der Hebammenverband BW, die Elternschaft, Frauen- und Kinderärzteschaft, der Landkreistag BW, die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft, die Landesärztekammer sowie Staatssekretärin Bärbl Mielich mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Soziales und Integration.

Wortlaut der Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg, 13.11.2020

Weitere Informationen finden Sie unter https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/runder-tisch-geburtshilfe/.

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