Kein Alkohol in der Schwangerschaft

Mit dem „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“, wird jedes Jahr am 9. September darauf aufmerksam gemacht, dass der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft das ungeborene Kind schwer schädigen und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann.

Alkohol ist ein Zellgift, das ungehindert über das mütterliche Blut die Plazentaschranke durchdringt und das Ungeborene schwerwiegend und dauerhaft schädigen kann. Die daraus resultierenden Erkrankungen werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörungen (fetal alcohol spectrum disorder, FASD) zusammengefasst. Bei konsequentem Alkoholverzicht während der Schwangerschaft ist FASD zu einhundert Prozent vermeidbar.

Das Video erklärt, warum schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit gefährlich sind und welche Konsequenzen das nach sich zieht.

Alle, die Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) begleiten, können sich beim Deutschen FASD Kompetenzzentrum Bayern informieren und bekommen Unterstützung.

Bündnis Gute Geburt

In Berlin hat sich das “Bündnis Gute Geburt” gegründet. Die fünf Gründungsorganisationen – Arbeitskreis Frauengesundheit, Mother Hood, Deutscher Hebammenverband, Deutscher Frauenrat, Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen – fordern konkrete Verbesserungen und einen grundlegenden Kulturwandel in der Geburtshilfe, der Mutter und Kind ins Zentrum rückt. Das Bündnis will dazu nicht nur Akteur*innen in Gesundheitswesen und Politik ansprechen, sondern auch die Gesellschaft über den besonderen Wert einer Geburt unter respektvollen, menschenwürdigen und sicheren Bedingungen aufklären.

Das Bündnis reagiert damit auf die anhaltenden Missstände in der Versorgung von Frauen und Familien rund um die Geburt und in den ersten Lebenswochen des Säuglings. Ihre Bedürfnisse werden oftmals ignoriert. Viele Gebärende durchleben dadurch psychisch belastende oder traumatische Geburten, die Frauen, Kinder und Familien prägen. Ebenso wirken sich massive strukturelle Defizite und eine mangelhafte Personalausstattung negativ auf die Arbeit von Hebammen und Ärzt*innen aus, die auch die Versorgung von Frau und Kind beeinträchtigen.
Der DHV hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Bündnis Gute Geburt

Hebammen – vernachlässigte Berufsgruppe

Immer mehr Kliniken schließen – und damit auch immer mehr Geburtshilfestationen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Geburtshilfestationen in Deutschland halbiert. Auch in Baden-Württemberg schließen mehr und mehr geburtshilfliche Abteilungen. Zuletzt war es 2021 die Geburtsabteilung in Weingarten, in der bis dahin 700 Geburten pro Jahr betreut wurden. Die drohende Schließung in Wangen/Allgäu (800 Geburten/Jahr) ist zwar vorerst vom Tisch, jedoch unter dem Vorbehalt, dass Personalsituation und Geburtenrate in den nächsten zwei Jahren stabil bleiben und die Defizite ausgeglichen werden können, die sich aus der zu geringen Fallpauschale für Geburten zwangsläufig ergeben.

„Da muss man sich doch fragen, wo sollen die Frauen jetzt hin? Und wie sieht das in den übrigen Kreißsälen aus, die dann diese Geburten zusätzlich stemmen müssen – räumlich wie personell? Konnten sie sich darauf einstellen? Und was passiert mit den Hebammen, die durch die Schließung beruflich bedroht sind? Und wie geht es denen, die dadurch einer weiteren Mehrbelastung ausgesetzt werden?“, fragt Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Verärgert ist sie darüber, dass in der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach berufen hat, zwar Expert*innen aus Pflege und Medizin sitzen, Hebammen aber nicht mit einbezogen sind. „Wieder einmal werden wir Hebammen einfach übergangen“, so Eichenauer.

Tarifvertrag – neuerliches Lippenbekenntnis?
Da gerade diese Berufsgruppe so selten beachtet wird, widmete ihr das ZDF-Verbrauchermagazin WISO seinen bemerkenswerten Beitrag anlässlich des Tags der Arbeit (WISO, 2. Mai 2022):
Seit Jahren versuchen Hebammen, auf die existentiellen Probleme aufmerksam zu machen, die ihre Arbeit und somit das Leben von Mutter und Kind bedrohen. „Bevor Hebammen streiken, müssen die Bedingungen wirklich so schlecht sein, dass es gar nicht mehr geht. Und schlimmer“, betont Andrea Ramsell, Beirätin für den Angestelltenbereich im Präsidium des Deutschen Hebammenverbands e. V., im Beitrag. In Berlin war es schließlich so weit, im Oktober 2021 wurde gestreikt. Danach sah es zunächst so aus, als ob der Streik erfolgreich gewesen wäre, denn ein Tarifvertrag wurde ausgehandelt, der am 1.1.22 in Kraft hätte treten sollen. Geändert aber habe sich nichts – so der Stand im Mai 2022.

Lasst uns nicht im Regen stehen
In der Öffentlichkeit wird die prekäre Situation von Hebammen und Geburtsstationen viel mehr beachtet. In den sozialen Medien zeigen Hashtags wie

#lasstunsnichtimregenstehen
#unersetzbar
#hebammen
#hebammensindunersetzbar

die Virulenz der Debatte, die auch viel prominente Unterstützung findet. Nur die Politik schweigt weitestgehend.
„Hebammen sind froh über jede Unterstützung. Aber selbst beispielhaft großangelegte Online-Petitionen, wie die Forderung einer wohnortnahen Geburtshilfe in Niedersachsen, wirken sich nicht auf die Pläne zur Reform des niedersächsischen Krankenhausgesetzes aus – in Baden-Württemberg steht nicht einmal eine solche an“, beklagt Eichenauer und schließt sich dem Kernsatz von Heiner Scheffold an, Chef der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), der jüngst in einem Interview zitiert wurde:
„Wenn man um Rettungsschirme betteln muss, ist das unwürdig.“ (Schwäbische Zeitung, 19.5.22)

Schwangerschaft ja – Rauchen nein!

Heute ist internationaler Rauchfrei-Tag. Dass Rauchen die Gesundheit bedroht, ist schon lange nicht mehr neu.
Vor allem in der Schwangerschaft, aber auch schon bei deren Planung, ist es wichtig, auf das Rauchen vollständig zu verzichten. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat jüngst einen Flyer veröffentlicht, der darüber aufklärt:

Rauchfrei durch die Schwangerschaft – es lohnt sich!

Darin gibt es auch Tipps, die helfen, in der Schwangerschaft und Stillzeit rauchfrei zu bleiben.

Auch der Hebammenverband Baden-Württemberg hat beim Entstehen der Broschüre mitgewirkt und die Aspekte aus Sicht der Hebammen eingebracht. Wer Fragen dazu hat, kann sich jederzeit an die Hebamme wenden.

Weiterführende Informationen und Links gibt es auch unter: www.schwanger-ja-rauchen-nein.de

Alkohol ist besonders schädlich für das Ungeborene
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass auch Alkohol in Schwangerschaft und Stillzeit ein hohes Risiko birgt. Darauf weisen wir regelmäßig hin. Hierzu hatte das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bereits 2016 eine Broschüre herausgegeben, an der wir ebenfalls mitgewirkt haben.

Es muss sich etwas ändern – „dann kann man auf mich zählen“

Am 5. Mai ist Internationaler Hebammentag.

Seit Jahren leidet die stationäre und ambulante Hebammenversorgung unter einem großen Versorgungsnotstand. Hohe Arbeitsverdichtung und -belastung prägen seit Langem den Alltag der Hebammen in Deutschland. Ungeplante Krankheitsausfälle aufgrund von COVID-19-Infektionen sowie der erhöhte Arbeitsaufwand, bedingt durch Maßnahmen zur Reduktion des Ansteckungsrisikos, verschärfen seit Monaten die Lage. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht, wo sie nicht durch Einzelfallprüfung ausgesetzt wird, kommt hinzu.

Dennoch werden Hebammen in den Debatten um die jahrelange hohe Belastung und die nunmehr seit zwei Jahren andauernde Mehrbelastung des medizinischen Personals kaum berücksichtigt. Selbst bei wohlwollenden Gesten wie die Boni werden Hebammen völlig außer Acht gelassen.

„So kann es nicht weitergehen“, mahnt Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg e. V. „Hebammen arbeiten seit Jahrzehnten am Limit – mit gravierender Sogwirkung, denn je härter der Beruf wahrgenommen wird, desto weniger sind bereit, sich darauf einzulassen. Die Folge ist eine weitere Verschärfung der Arbeitssituation. Eine berufliche Abwärtsspirale“, so Eichenauer.

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV), der bundesweit rund 22 000 Hebammen vertritt, hat jüngst eine Erhebung unter ihnen durchgeführt, um mit Zahlen und klaren Aussagen das Problem zu dokumentieren. Die Frage: Unter welchen Umständen würde man heute in den Beruf als Klinikhebamme (wieder-)einsteigen.
Das Fazit: Wenn die Eins-zu-eins-Betreuung der Frau garantiert ist, die Hebamme nur Hebammentätigkeit ausführen muss und hebammengeleitete Geburtshilfe nicht nur leere Worte sind, dann würde sie (wieder/mehr) im Kreißsaal arbeiten.

Am Welt-Hebammentag um 10 Uhr gibt der DHV eine Pressekonferenz, die über die DHV-Website live mitverfolgt werden kann. Pressemeldungen wird der DHV nutzen, um mit Politiker*innen und Klinikleitungen in Kontakt zu treten, starke Argumente für die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Hebammen-Themen vorzubringen und endlich eine Eins-zu-eins-Betreuung in den Kliniken zu erreichen.

„Wir hoffen, dass Politik und Gesellschaft durch den dramatischen Notstand während der Pandemie aufgerüttelt wurden und das, was mittlerweile wieder als Normalzustand akzeptiert wird, endlich richtig betrachten, als das, was es seit Jahren ist, ein ständiges Arbeiten am Limit“, fordert Eichenauer als Berufsvertreterin, Hebamme und auch als Großmutter, denn die Auswirkung auf die Versorgung sei längst spürbar.

Harte Realität – Statements aus der Umfrage

„Ich liebe die Arbeit im Kreißsaal – aber so kann ich unter keinen Umständen mehr dort arbeiten.“ J. B.-S.

„Unfair für werdende Familien und Personal gleichermaßen.“ J. H.

„So kann es nicht weitergehen! Ich habe nach 3 Jahren Kampf, etwas zu verändern, die Konsequenzen gezogen und gekündigt!“ M. G.

„Ich habe gekündigt, nachdem der Hebammenmangel so eklatant wurde, dass wir mit 1400 Geburten, alleine im Dienst waren, ohne Reinigungskraft. Irgendwann konnte selbst ein Nachdienst gar nicht mehr besetzt werden und alle Frauen, die am Nachmittag davor sich gemeldet haben, wurden wegen Überfüllung verlegt, es wurde nicht kommuniziert, dass der Kreißsaal nicht besetzt war.“ A. B.

„Die Bedingungen der Klinischen Geburtshilfe führen dazu, Geburt als ein urphysiologisches weibliches Ereignis ‚unmöglich‘ zu machen… das Trauma Geburt (sowohl für Frauen, Paare, Kinder als auch für uns Hebammen) benötigt zwei Einsen und den Doppelpunkt als Verbindung – 1:1! [eine Hebamme betreut eine Schwangere; Anm. d. Red.] Alles spricht dafür – nur das System dagegen!“ M. C.-B.

Auswertung der Umfrage „Jede von uns zählt“ für Baden-Württemberg

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Der Flüchtlingsstrom aus den Kriegsgebieten in der Ukraine reißt nicht ab. Auch in Deutschland kommen immer mehr Geflüchtete an. Alle zuständigen Gremien in Baden-Württemberg haben sich darauf verständigt, ihnen so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Dazu gehört auch der Umgang mit Krankenversorgung und Hebammenhilfe.

Kompakte Informationen zum Thema Schwangerschaft, Geburt und junge Mutterschaft bieten folgende Flyer:

Федеральний фонд «Мати і дитина» (Bundesstiftung Mutter und Kind)

SIE SIND SCHWANGER? SIE HABEN GERADE IHR KIND GEBOREN? (DHV)

ВИ ВАГІТНІ? ВИ ЩОЙНО НАРОДИЛИ ДИТИНУ? (DHV)

Informationen aus der Praxis in Baden-Württemberg
Die Hebammenlandesverbände von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen haben seit 2015 eine gemeinsame Website „Hebammenhilfe für Flüchtlinge“. Sie wird regelmäßig aktualisiert und informiert darüber, wie die beiden Bundesländer die Flüchtlings-Unterstützung handhaben und wie das im Bund aussieht. Hier gibt es zahlreiche weiterführende Informationen zum Thema.

Informationen zur Hebammenhilfe für Geflüchtete in Baden-Württemberg

Bundesweite Regelungen
Was bei der Hebammenversorgung für Geflüchtete zu beachten ist, hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) zusammengestellt. Wie immer gilt es, Sprachbarrieren zu lösen und darauf zu achten, wie andere Kulturen mit Schwangerschaft und Geburt umgehen. Bei Geflüchteten muss vor allem auch auf eine traumasensible Begleitung geachtet werden. Neben der zwischenmenschlichen Herangehensweise müssen Hebammen natürlich auch die juristischen, versicherungs- und abrechnungstechnischen Rahmenbedingungen kennen. Hierzu gibt es auch weiterführende Links.

Die Videobetreuung von Ammely steht auch in russischer Sprache zur Verfügung, die Übersetzung ins Ukrainische ist in Arbeit und wird dann ebenfalls bei Amely zu finden sein.

Wichtige Hotlines für Hilfe nach Gewalt
Der Landesfrauenverband Baden-Württemberg weist auf Notrufnummern mit Hilfe in Ukrainischer Sprache hin, an die sich Frauen wenden können, die Gewalt und sexuellen Missbrauch auf der Flucht erlebt haben.

Private Hilfe und Spenden
Wir bekommen vermehrt Anfragen von Kolleginnen, die privat Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen wollen. Wie man Hilfe anbieten kann und was dabei zu beachten ist, hat SWR3 auf seiner Website in Form von hilfreichen Fakten und begleitenden Interviews zusammengestellt – auch speziell für Baden-Württemberg.

Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft ist an mehreren Städten vertreten, in Baden-Württemberg zum Beispiel in Freiburg. Hier findet man u. a. alle Informationen zu benötigten Hilfsgütern sowie Spendenkonten.

Geflüchtete Kolleginnen
Aus der Ukraine sind auch viele Kolleginnen geflüchtet, die bereits auf der Flucht tätig waren und nun hier im Asyl helfen und als Hebammen tätig sein wollen. Wie sie das tun können, ob ihr Abschluss hier anerkannt ist und was sonst noch alles dabei zu beachten ist, darüber können sie sich bei zwei Kolleginnen informieren, die ihre Unterstützung angeboten haben:

Prof. Dr. rer. medic. Melita Grieshop, Professorin für Hebammenwissenschaft (Studiengangsleitung Hebammenkunde/Hebammenwissenschaft) an der Evangelischen Hochschule Berlin
grieshop@eh-berlin.de
und
Dr. Henrike Todorow, Studiengangsverantwortliche für den Studiengang Hebammenkunde am Universitätsklinikum Leipzig
Henrike.Todorow@medizin.uni-leipzig.de

Beitragsbild: Cover des Flyers der Bundesstiftung Mutter und Kind (Ausschnitt)

Sichere und respektvolle Geburt

Die WHO hat den diesjährigen Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September unter das Motto: „Act now for a safe and respectful childbirth!“ mit dem Fokus „Safe maternal und newborn care“ gestellt.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) und seine aktiven und engagierten Mitstreiter*innen erarbeiten schon seit einem Jahr mit den gemeinsam getragenen Visionen aus dem Zukunftsforum Geburtshilfe, was sie sich unter einer sicheren und respektvollen Geburtshilfe vorstellen. Das WHO-Motto 2021 deckt sich wunderbar mit diesen Wünschen.

„Die WHO hat den Tag unter ein tolles Motto gestellt. Leider hat das Aktionsbündnis für Patientensicherheit mit der Übersetzung: „Sicher vom ersten Atemzug“ die Mutter und Schwangerschaft komplett ausgeklammert – und somit auch einen großen Teil der Hebammen-Arbeit. Das macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns einer sicheren und wertschätzenden Geburtshilfe verschreiben“, so DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer.

Handeln Sie jetzt für eine sichere und respektvolle Geburtshilfe (DHV-Pressemitteilung, 15.09.2021)

Zum Motto auf der Website der WHO Deutschland

Zum Motto auf der Website der WHO Europe (englischer Originalwortlaut)

Beitragsbild: WHO/Malin Brink

Mehr außerklinische Geburten 2020 in Baden-Württemberg

Die Zahl der geplant außerklinisch begonnenen Geburten, wie Hausgeburten und Geburten in Geburtshäusern oder anderen hebammengeleiteten Einrichtungen, ist im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gestiegen. Auch der Hebammenverband Baden-Württemberg wurde schon verschiedentlich um eine Einschätzung zu dieser Tendenz gebeten.

„Wir können hierzu nur mit Erfahrungswerten Stellung nehmen, es gibt keine wirklich belastbare Erhebung dazu. Gespräche mit Kolleginnen und Schwangeren lassen vermuten, dass diese Tendenz auf die Pandemie zurückzuführen ist, wobei die Entscheidung auf zwei unterschiedlichen Gründen basiert“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. „Die Frauen haben einerseits Sorge, sich in einer Klinik mit Covid-19 anzustecken, auch wenn es hierfür keinerlei Statistik gibt. Die Hygienelage in den Geburtsstationen entspricht nach unserer Information den offiziellen Anforderungen. Andererseits gab und gibt es Geburtsstationen, die seit Corona ihre Hygienemaßnahmen sehr stark ausweiten und daher die Anwesenheit der Partner während oder auch nach der Geburt nur bedingt oder gar nicht zulassen. In dieser sensiblen Lebenslage ist das für viele junge Paare ein No-Go“, so die Hebamme.

Die Fragen gehen zurück auf eine Kleine Anfrage an den Landtag von Baden-Württemberg durch den Landtagsabgeordneten Dr. Michael Preusch zur „Geburtshilflichen Versorgung in der Region“ (27.7.2021, Drucksache 17 / 629, Eingang 28.7.2021)

Impfen während Schwangerschaft und Stillzeit?

Wir bekommen seit einiger Zeit vermehrt Anfragen von Schwangeren und stillenden Wöchnerinnen zum Thema Impfen. Hebammen dürfen weder beraten noch Empfehlungen für oder gegen das Impfen abgeben. Das möchten wir hier auch nicht tun.

Die Stiko (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, RKI) hat noch keine Empfehlungen zur Impfung von Schwangeren ausgesprochen. Das RKI informiert regelmäßig über den aktuellen Stand ihrer wissenschaftlichen Einschätzung zur Infektion und zum Infektionsschutz, wie das Impfen.
Nachtrag vom 17.9.2021: Die STIKO hat eine Empfehlung zur Impfung gegen Covid 19 von Schwangeren und Stillenden mit wissenschaftlicher Begründung ausgesprochen.

Mit Blick auf das Stillen verweisen wir ganz allgemein auf die offiziellen Informationsplattformen, die wir auf unserer Website unter den Hilfreichen Links für Eltern (Pulldown + Stillen) zusammengestellt haben.

Foto: FRANK MERIÑO von Pexels

Landhebamme Daniela gibt Einblick in ihren Alltag

Friederike Kempter – bekannt als Nadeshda Krusenstern aus dem Tatort Münster und derzeit selbst hochschwanger – war für den SWR bei der Hebamme Daniela in Triberg/Schwarzwald zu Besuch.
Sie erlebt eine energische Frau, die mit Leib und Seele für die bestmögliche Versorgung schwangerer Frauen auf dem Land kämpft. Die beiden Frauen tauschen sich aus über Familie und Kinderkriegen, über Arbeit bis zum Umfallen und den Versuch, sich selbst dabei nicht zu verlieren.

Die erste Folge der Mini-Dokureihe „Friederike klopft an!“ widmet sich diesem Thema.
„Daniela, die Hebamme auf dem Land“ wurde am 4.6.21 im SWR-Fernsehen ausgestrahlt und ist in der Mediathek offiziell bis 8.6.22 ggf. auch länger abrufbar.

 

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