Der Flüchtlingsstrom aus den Kriegsgebieten in der Ukraine reißt nicht ab. Auch in Deutschland kommen immer mehr Geflüchtete an. Alle zuständigen Gremien in Baden-Württemberg haben sich darauf verständigt, ihnen so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Dazu gehört auch der Umgang mit Krankenversorgung und Hebammenhilfe.

Kompakte Informationen zum Thema Schwangerschaft, Geburt und junge Mutterschaft bieten folgende Flyer:

Федеральний фонд «Мати і дитина» (Bundesstiftung Mutter und Kind)

SIE SIND SCHWANGER? SIE HABEN GERADE IHR KIND GEBOREN? (DHV)

ВИ ВАГІТНІ? ВИ ЩОЙНО НАРОДИЛИ ДИТИНУ? (DHV)

Informationen aus der Praxis in Baden-Württemberg
Die Hebammenlandesverbände von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen haben seit 2015 eine gemeinsame Website „Hebammenhilfe für Flüchtlinge“. Sie wird regelmäßig aktualisiert und informiert darüber, wie die beiden Bundesländer die Flüchtlings-Unterstützung handhaben und wie das im Bund aussieht. Hier gibt es zahlreiche weiterführende Informationen zum Thema.

Informationen zur Hebammenhilfe für Geflüchtete in Baden-Württemberg

Bundesweite Regelungen
Was bei der Hebammenversorgung für Geflüchtete zu beachten ist, hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) zusammengestellt. Wie immer gilt es, Sprachbarrieren zu lösen und darauf zu achten, wie andere Kulturen mit Schwangerschaft und Geburt umgehen. Bei Geflüchteten muss vor allem auch auf eine traumasensible Begleitung geachtet werden. Neben der zwischenmenschlichen Herangehensweise müssen Hebammen natürlich auch die juristischen, versicherungs- und abrechnungstechnischen Rahmenbedingungen kennen. Hierzu gibt es auch weiterführende Links.

Die Videobetreuung von Ammely steht auch in russischer Sprache zur Verfügung, die Übersetzung ins Ukrainische ist in Arbeit und wird dann ebenfalls bei Amely zu finden sein.

Wichtige Hotlines für Hilfe nach Gewalt
Der Landesfrauenverband Baden-Württemberg weist auf Notrufnummern mit Hilfe in Ukrainischer Sprache hin, an die sich Frauen wenden können, die Gewalt und sexuellen Missbrauch auf der Flucht erlebt haben.

Private Hilfe und Spenden
Wir bekommen vermehrt Anfragen von Kolleginnen, die privat Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen wollen. Wie man Hilfe anbieten kann und was dabei zu beachten ist, hat SWR3 auf seiner Website in Form von hilfreichen Fakten und begleitenden Interviews zusammengestellt – auch speziell für Baden-Württemberg.

Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft ist an mehreren Städten vertreten, in Baden-Württemberg zum Beispiel in Freiburg. Hier findet man u. a. alle Informationen zu benötigten Hilfsgütern sowie Spendenkonten.

Geflüchtete Kolleginnen
Aus der Ukraine sind auch viele Kolleginnen geflüchtet, die bereits auf der Flucht tätig waren und nun hier im Asyl helfen und als Hebammen tätig sein wollen. Wie sie das tun können, ob ihr Abschluss hier anerkannt ist und was sonst noch alles dabei zu beachten ist, darüber können sie sich bei zwei Kolleginnen informieren, die ihre Unterstützung angeboten haben:

Prof. Dr. rer. medic. Melita Grieshop, Professorin für Hebammenwissenschaft (Studiengangsleitung Hebammenkunde/Hebammenwissenschaft) an der Evangelischen Hochschule Berlin
grieshop@eh-berlin.de
und
Dr. Henrike Todorow, Studiengangsverantwortliche für den Studiengang Hebammenkunde am Universitätsklinikum Leipzig
Henrike.Todorow@medizin.uni-leipzig.de

Beitragsbild: Cover des Flyers der Bundesstiftung Mutter und Kind (Ausschnitt)