Neues Förderprogramm für Hebammenstellen

Das Gesundheitsministerium plant ein neues Förderprogramm für Hebammenstellen. Ziel ist es, mehr Hebammenstellen in größeren Geburtsstationen zu schaffen. Dieses soll über einen Änderungsantrag in das bestehende Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReg) integriert werden. Das ist ein schneller Weg, eine entsprechende gesetzliche Regelung zur Finanzierung zusätzlicher Hebammenstellen zu schaffen.
Der Deutsche Hebammenverband begrüßt das Vorhaben und fordert gleichzeitig einen Ausbau der angedachten Förderung.

Gesundheitsministerium plant neues Förderprogramm für Hebammenstellen (DHV-Pressemitteilung, 3.6.2020)

Digitale Beratung durch freiberufliche Hebammen verlängert

Die Hebammenverbände und der GKV-Spitzenverband beschließen Verlängerung der Sondervereinbarung bis zum 30. September 2020.

Kurse, Beratung bei Beschwerden in der Schwangerschaft und Betreuung im Wochenbett können auch weiterhin per Videotelefonie angeboten werden. Bei Kursen sind auch Mischformen möglich, so dass schwangere Frauen sowohl vor Ort im Kursraum als auch zu Hause via Live-Videoschaltung teilnehmen können. So bleiben die Teilnehmerinnen und die Kursleiterin geschützt und es können dennoch genug Schwangere teilnehmen.
Die befristete Vereinbarung zu den Zuschlägen für persönliche Schutzkleidung wird ebenfalls bis zum 30. September 2020 verlängert.

Weitere Informationen dazu von Ursula Jahn-Zöhrens, DHV-Beirätin für den Freiberuflichenbereich.

Beitragsbild: Edward Jenner

Aufatmen trotz Maske…

… oder: Aufatmen wegen Maske?

Für die Kolleginnen im Rhein-Neckar-Kreis ist das seit gestern kein Unterschied mehr. Der Kreis hat ihnen eine Lieferung an Schutzmasken und Handschuhen zugeteilt, die sie für die nächste Zeit absichert. Die Frage der Kosten ist zwar noch offen, kann aber die Freude darüber nicht trüben.

Birgit Fuchs, die 2. Vorsitzende der Hebammen-Kreisgruppe Rhein-Neckar, konnte die Kartons von der Kreisverwaltung abholen und hat das Material zentral in Heidelberg von ihrem Haus aus an die Kolleginnen verteilt.
Das war zudem für die Hebammen auch eine willkommene Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen – selbstredend in gebührendem Abstand. Auch die Sonne hat dafür gesorgt, dass es ein herrlicher Tag zum Aufatmen war.

Ein schönes Beispiel dafür, dass die Versorgung der Hebammen mit Schutzmaterial in manchen Kreisen in Baden-Württemberg jetzt angelaufen ist, weitere werden folgen. Der Hebammenverband Baden-Württemberg bedankt sich im Namen der Hebammen für die Unterstützung.

Fotos: Birgit Fuchs

Systemrelevante Hebamme

Auch Hebammen sind systemrelevant und in diesen Zeiten besonders gefordert. Die Medien sind voll von Dankbarkeitsbezeugungen für alle im Pflegebereich, Medizinsektor und der Lebensmittelversorgung Tätigen. „Wir finden das wunderbar und schließen uns dem auch vollen Herzens an. Unsere eigene Zunft aber vermissen wir bei all diesen Bekenntnissen. Und das schmerzt uns“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg.

Wie Ärzt*innen und Pflegekräfte sind Hebammen aktuell den Gefahren besonders ausgesetzt, sowohl im Kreissaal als auch beim Hausbesuch. „Während einer Geburt entsteht zwangsläufig ein enormer Tröpfchen-Kontakt, allein die Wehen-Atmung emittiert viel Aerosol, dem sind die Hebammen bei der Geburt ausgesetzt“, erklärt die Hebamme.
Vor allem die freiberuflichen, ambulant tätigen Hebammen wissen selbst nie, ob sie in den Familien mit der Infektion konfrontiert werden, und im schlimmsten Fall die Infektion weitertragen. Denn schützen können sie sich kaum.

Alleine gelassen
Weil die freiberuflichen Hebammen Kleinst-Unternehmerinnen sind, werden sie bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Masken wie Kolleginnen und Kollegen der ambulanten Pflege alleine gelassen. Die zuständigen Gesundheitsämter versuchen zwar, an Schutzausrüstung zu kommen, aber ob und wann das gelingt, ist unklar. Dabei arbeiten gerade Hebammen in einem Beruf, in dem der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern zu den betreuten Frauen und deren Säuglingen gar nicht eingehalten werden kann.

„Hinzu kommt, dass gerade jetzt die Wöchnerinnen so früh wie selten aus den Kliniken in die ambulante Hebammenversorgung entlassen werden. Das ist einerseits genau das, was wir uns immer schon gewünscht haben,“ so Jutta Eichenauer, „unter den aktuellen Corona-Beringungen ist es jedoch eine Herausforderung, bei der wir volle Unterstützung brauchen.“
(siehe Beitrag: Ambulante Hebammenversorgung in Zeiten von Corona)

Und nach der Krise?
Als Hebamme und Berufsverbandsvertreterin hofft und erwartet sie, „dass wir nicht vergessen werden, wenn Boni an all diejenigen verteilt werden, die derzeit das System am Laufen halten. Und wenn die Politik zu Recht endlich darüber nachdenkt, auch nach der Krise die Löhne in diesen Branchen zu verbessern, dann muss auch die Honorierung unseres Einsatzes als Hebammen sich in einer gerechteren Bezahlung niederschlagen.“

Corona update

Zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen infolge der Krise sind in den letzten Tagen einige Entscheidungen gefallen. Auch Hebammen sind davon betroffen. Der Deutsche Hebammenverband und die Landesverbände haben weitreichende Vereinbarungen getroffen bzw. rechtliche Voraussetzungen für Soforthilfe prüfen lassen.

Aktuelle Corona-Informationen für Hebammen

Wir möchten an dieser Stelle erneut auf unseren Corona-Beitrag vom 5. März 2020 hinweisen, in dem wir die immer aktuellen Informations-Quellen zum Virus und zum Infektionsschutz für Sie zusammengestellt haben. Bitte folgen Sie weiterhin den mittlerweile allseits bekannten offiziellen Quellen, um sich auch in dieser Hinsicht auf dem Laufenden zu halten.

ABGESAGT

Gemäß der aktuellen Lage finden auch unsere Veranstaltungen nicht statt:
Unsere Landesdelegiertentagung in Bad Boll ist abgesagt.
Die Landestagung in Stuttgart ist abgesagt.

Landestagung 2020 – interdisziplinär

ABGESAGT

Am 5. Mai 2020 findet in Stuttgart die Landestagung statt, zu der wir herzlich einladen. Der fünfte Mai ist auch Internationaler Hebammentag und ebenso Behindertentag, zwei zusätzliche Aufhänger, den Tag mit einer Veranstaltung zu würdigen.

Entsprechend fokussiert die Landestagung heuer das Gemeinsame. Die Interdisziplinarität steht im Vordergrund. Wir konnten sogar erreichen, dass die Landesärztekammer die Landestagung des Hebammenverbands Baden-Württemberg offiziell als Fortbildung für Ärzt*innen anerkennt.

„Die Fortbildungs-Anerkennung für Ärztinnen und Ärzte ist ein wichtiges Signal, denn nur zusammen sind wir stark“, so Jutta Eichenauer. Die 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg bekennt, „die Interprofessionalität war und ist eines meiner Hauptanliegen während meiner Amtszeit, dafür habe ich immer gekämpft. Und langsam setzt sich die Interdisziplinarität durch. Einen ähnlichen Meilenstein konnten wir letztes Jahr bei den Ärzte-Seminaren Karlsruhe verzeichnen. Nicht zuletzt manifestiert sich diese Entwicklung auch im Hebammenreformgesetz und der Akademisierung der Hebammenausbildung.“

Interdisziplinäres Programm
Wir wollen gemeinsam ein Netzwerk knüpfen. Alle, denen die Belebung einer bewährten Geburtskultur und die Förderung einer starken und gesunden Kindheit privat wie beruflich am Herzen liegt, möchten wir dazu einladen: Eltern, Gynäkolog*innen, Pädiatr*innen, Hebammen*, Physiotherapeut*innen, Ökotropholog*innen, Wissenschaftler*innen.

Unser diesjähriges Programm haben wir nicht allein auf die Arbeit unserer angestellten und freiberuflichen Hebammen ausgerichtet. Ganz bewusst haben wir uns für Referenten entschieden, deren Vorträge sich auch auf die Inhalte unserer verwandten Berufsgruppen rund um Geburtskultur und Kindheit beziehen und für diese interessant sind.

Vernetzung bringt uns voran, Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu Verbesserungen und gehört mittlerweile auch zu den deutschen Gesundheitszielen. Baden-Württemberg ist gewissermaßen Vorreiter, denn wir haben bereits ein Gesetz zur Stärkung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und der Vernetzung aller Beteiligten des Gesundheitswesens.

Wir alle haben etwas zu bieten
Nicht das Trennende, nicht Unterscheidung, nicht Abgrenzung – sondern das Gemeinsame stärkt uns: das Miteinander! Das gilt nicht nur für das Gesundheitswesen, sondern auch für unsere Gesellschaft als Ganze, für das Zwischenmenschliche. Also zeigen wir auch im Sinn des Behindertentags einen musikalischen KurzFilm der integrativen Band „The Cool Chickpeas“. Die Band ist ein klingendes Beispiel dafür, wie stark Gemeinsamkeit sein kann.

Anreiz „Lieblingshebamme“
Um die Zusammenarbeit zu fördern bieten wir allen Hebammen und Ärzt*innen, die zusammen (zu zweit) nach Fellbach kommen, einen vergünstigten Eintrittspreis an: Ärzt*innen erhalten 20 Euro, deren „Lieblingshebamme“ erhält 10 Euro Ermäßigung.
Anmeldung in diesem Fall nur über sekretariat@hebammen-bw.de (Saskia Wahl), nicht über das Online-Portal.
Alle Hebammen, die bereits eingebucht sind können dieses Angebot natürlich auch nutzen, bitte senden auch Sie eine mail an das Sekretariat.

Programm

Landestagung 2020
05. Mai 2020
Schwabenlandhalle
Guntram-Palm-Platz 1,
70734 Fellbach

8:00 Uhr Einlass
9:00 Uhr Begrüßung
17:15 Uhr Ende der Veranstaltung
Der Besuch der Industrieausstellung ist ab 8:00 Uhr möglich.

Hebammen werden 6,33 Fortbildungsstunden bescheinigt.
Ärzt*innen erhalten 5 Fortbildungspunkte.
Anerkannt durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Online-Anmeldung mit Hinweisen zu Ort und Anfahrt

Befristete Sonderregelungen für die Zeit der COVID 19-Pandemie

Der unermüdliche Einsatz der Hebammen für Schwangere und Familien ist in dieser Krisensituation von unschätzbarem Wert. Dafür dankt das Präsidium des Deutschen Hebammenverbandes nicht nur von Herzen, sondern möchte die Hebammen auch darin unterstützen, Ihren Arbeitsalltag unter den neuen Umständen möglichst sicher und gesund zu gestalten.

Derzeit ist das Präsidium im ständigen Austausch mit der Politik, den Krankenkassen, nahestehenden Verbänden, Organisationen und Fachgesellschaften. In kurzer Zeit konnte eine Änderung der Gebührenpositionen erreicht werden, um die Versorgung der Frauen sicherzustellen und die wirtschaftliche Existenz der Hebammen zu sichern.

Die aktuellsten Informationen und Entwicklungen finden Sie auf der Website des DHV unter dem Titel „Befristete Sonderregelungen für die Zeit der COVID 19-Pandemie“.

 

Wir berichteten zu “Corona” und halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.

Frau muss nicht groß sein, um groß zu sein

„Auf Augenhöhe verhandeln – Wir sind bereit“ heißt das diesjährige Motto des heutigen Equal Payday. „Das mit der Augenhöhe ist so eine Sache, sind Frauen doch rein körperlich gesehen in der Regel etwas kürzer als Männer. Wohlgemerkt: kürzer, nicht kleiner! Um auf Augenhöhe zu kommen, müssen sie sich ordentlich in die Höhe recken. Und weil sie das nicht endlos können, müssen halt die Männer sich etwas beugen, um mit den Frauen auf Augenhöhe zu kommen. Ist das nicht ein schönes Bild?“ fragt Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg.

Sie fürchtet, dass vor lauter Corona der Equal Payday in den Hintergrund gerät. Die Aktionen zum Jahrestag jedenfalls sind vermutlich überall gestrichen. Aber letztlich sei Corona wie eine flächendeckende Aktion zum Aufrütteln, denn gerade in der Corona-Krise sind typische Frauenberufe wie Kranken- und Altenpflege gefordert. Und viele arbeiten längst am Limit.

Interessant ist, dass in den Medien bereits Vokabeln wie „Helden“ auftauchen. Ja, heldenhaften Einsatz für Andere gibt es unter Frauen genauso wie unter Männern. Aber eben GENAUSO. Also sollten die „Heldinnen“ genauso entlohnt werden. 21 Prozent Lohnlücke, die trotz aller Bemühungen seit Jahren stabil bleibt – das darf einfach nicht sein.

Treten Sie mit uns gemeinsam am 17. März 2020 für eine gleichberechtigte Zukunft ein:
offline und ganz virenfrei online.

Equal-Payday-Pressefoto: Inga Haar

Corona

Über das Corona-Virus (SARS-CoV-2) und die dadurch ausgelöste Atemwegserkrankung (COVID-19) wird in allen Medien dauerhaft berichtet. Wir raten dringend, sich keine Informationen aus den Social-Media-Kanälen zu holen, sondern sich grundsätzlich über seriöse Medien mit Informationen von offiziellen Stellen auf dem Laufenden zu halten.

Die offiziellen Quellen, die ständig aktualisiert werden, sind u.a.:

Bundesministerium für Gesundheit

Robert-Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) – mit Erklärvideos, die auch für Menschen mit Sprach- oder Leseschwäche hilfreich sind.

Landtag von Baden-Württemberg (mit offiziellen Merkblättern)

Darüber hinaus raten wir zu Achtsamkeit und Vernunft, einen Anlass zur Panik können wir aus keiner der offiziellen Informationsquellen entnehmen.

Allgemeines
Nach bisherigen Ermittlungen wird vermutet, dass sich das Virus zwar schnell verbreitet, es aber in den meisten Fällen nur zu moderaten Symptomen wie den üblichen grippalen Infekten kommt. Von den wenigen schwereren und teilweise tödlichen Verläufen sind eher ältere Menschen und Menschen mit chronischer Vorerkrankung betroffen.

Allen, die keine Symptome zeigen und daher vermutlich nicht erkrankt sind, raten wir zu den üblichen Infektionsschutz-Maßnahmen:

Infektion vorbeugen, Hygiene schützt. Die 10 wichtigsten Hygienetipps

Plakativ: Die 10 wichtigsten Hygienetipps

Schwangerschaft
Diese Hygienemaßnahmen gelten auch für Schwangere und Wöchnerinnen, die nicht erkrankt sind. Darüber hinaus empfiehlt sich besonders für sie, Außenkontakte gering zu halten sowie Orte mit Menschenansammlungen (z. B. Einkaufszentren) oder sog. „Hotspots“ (z. B. Apotheken) zu meiden.
Wer Symptome zeigt, sollte Arztpraxen nur telefonisch kontaktieren. Hier erhalten sie die Informationen zu weiteren Maßnahmen bzw. den ortsbezogen vorgesehenen Ansprechpartnern.

Nach jetzigem Erkenntnisstand gibt es keine Hinweise, dass eine Ansteckung des Ungeborenen während der Schwangerschaft erfolgt, so die Überlegungen des VSLÖ (Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs IBCLC) auf Grundlage des aktuellen Wissens.

Eine Registrierung von 9 Schwangeren in China, die alle im dritten Trimester an Covid-19 erkrankt sind, zeigt:
• Schwangere haben keine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu erkranken
• der Krankheitsverlauf verlief bei allen 9 Schwangeren mild
• im Fruchtwasser und Nabelschnurblut wurden keine Viren nachgewiesen
• nach jetzigem Stand ist SARS-CoV-2 nicht plazentagängig
Zu möglichen Infektion der Mutter im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel liegen bisher keine Erkenntnisse vor.
(Quelle: The Lancet Public Health, 12.2.20; The Lancet veröffentlicht laufend aktuelle medizinische Meldungen auch zu Corona)

Stillen
Eine Übertragung des Corona-Virus über die Muttermilch ist bisher nicht beschrieben (VSLÖ). Grundsätzlich produziert Muttermilch gegen alle Erreger, mit denen die Mutter (und teilweise auch das Kind) in Kontakt kommt, Antikörper. Wer in der Lage ist, zu stillen, kann das nutzen.

Mütter mit den genannten Symptomen, die stark genug sind, um zu stillen, sollten laut UNICEF in der Nähe des Kindes eine Atemschutzmaske tragen (auch während des Stillens) sowie vor und nach dem Kontakt mit dem Kind die Hände waschen.

Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen gibt es bisher nicht.

Corona-Hotline: 0800 – 84 84 111

Ergänzende Informationen für Menschen, mit Blick auf getätigte oder geplante Reisen unsicher sind:

Risikogebiete (Robert-Koch-Institut)

Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt

Berufsbezogene Informationen für Hebammen

Beitragsbild: Coronavirus Darstellung des BzGA

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