Neuer Haftpflichtversicherungsvertrag – mehr Sicherheit für Hebammen

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat den Haftpflichtversicherungsschutz für seine Mitglieder bis zum Juli 2024 gesichert.
Für die Hebammen bietet der ab Juli nächsten Jahres gültige Vertrag erhebliche Verbesserungen. So wurde in den Vertragsverhandlungen eine Erhöhung der Deckungssumme für schwere Personenschäden um 25 Prozent erreicht. Dieser Erfolg gibt den Hebammen ein deutliches Mehr an Sicherheit für die Absicherung schwerer Schäden in der Geburtshilfe.
Der DHV hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Deutscher Hebammenverband sichert Zukunft seiner Mitglieder bis Mitte 2024 (DHV-PM, 04.12.2020)

Foto: pexels-pixabay-261621 (Ausschnitt)

Umfrage: Führungsverhalten leitender Hebammen

Wie nehmen Hebammen das Führungsverhalten ihrer leitenden Kolleginnen wahr? Diese Frage untersucht Irina Blissenbach in ihrer Masterarbeit. Dafür befragt sie klinisch tätige Hebammen (angestellt und Dienst-Belegsystem) mittels Online-Befragung. Außerdem wird das organisationale Commitment der Befragten erhoben und mit Führung in Beziehung gesetzt.

Im Video wird kurz erklärt, warum die Studie durchgeführt wird und wer teilnehmen kann.

 
Vielfach wird gefordert, dass Führung im Gesundheitswesen einen Wandel braucht. Allerdings wurden keine Studie gefunden, in der die Gestaltung von Führung im Kontext von Hebammenarbeit in Deutschland umfassender untersucht wurde.

Deshalb brauchen wir Sie! Nehmen Sie an der Umfrage teil und helfen Sie eine erste Datengrundlage zu schaffen um Führung durch leitende Hebammen analysieren und weiterentwickeln zu können.
Hier geht’s zur Befragung.
Teilnehmen können Hebammen oder Dienst-Beleghebammen, die in den letzten fünf Jahren für mindestens ein halbes Jahr im klinischen Setting unter einer Hebammenleitung gearbeitet haben.

Die Befragung findet im Rahmen der Masterarbeit von Irina Blissenbach an der Hochschule für Gesundheit Bochum unter Betreuung von Fr. Prof.in Nicola H. Bauer statt.
Melden Sie sich bei Fragen gerne an: iblissenbach@hs-gesundheit.de

Corona Aktuell für Hebammen

Aufgrund der verschärften Lage haben wir unsere Informationen für Hebammen an einer präsenteren Position eingestellt.
Zuletzt an unsere Mitglieder verschickte Informationen:

Aktueller Corona-Rundbrief an die Mitglieder, 30.10.2020

Übersichts-Grafik: Bundesweite Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, gültig ab 02.11.2020

Corona-Rundbrief an die Mitglieder, 29.06.2020. Diese Informationen sind nach wie vor gültig!

Alle weiteren Informationen und Dokumente finden Sie hier.

Franka Cadée beim Zukunftsforum Hebammenarbeit

“Wenn wir eine gemeinsame Zukunftsvision haben, (…) sind wir in der Lage, Berge in Bewegung zu setzen.“ Das ist die Kernbotschaft der ICM-Präsidentin Franka Cadée, die beim digitalen Zukunftsforum Hebammenarbeit am 5. und 6. Oktober 2020 gesprochen hat.

“Liebe Hebammenkollegen*innen aus Deutschland,
es ist mir eine große Ehre meine Gedanken über die Hebammenarbeit heute mit euch zu teilen, da ihr ein so langjähriges Mitglied im Internationalen Hebammenverband seid. Ich bin mir sicher, dass wie viele Hebammen weltweit ihr die Hebammenarbeit als sehr inspirierend, aber manchmal auch als einen harten Job empfindet. Denn die Burn-Out Thematik von Hebammen ist auf globaler Ebene bekannt und beschäftigt uns alle. In eurem täglichen Arbeitsleben habt ihr sicherlich das Gefühl, dass die internationale Hebammengemeinschaft weit von euch entfernt ist. Dennoch leben wir in einer globalen Welt und die Hebammenarbeit in Deutschland beeinflusst die internationale Hebammenarbeit, genauso wie sich die internationale Hebammenarbeit auf die Arbeit der Hebammen in Deutschland auswirkt. Aktuell gibt es eine enorme globale Dynamik zugunsten der Arbeit von Hebammen, die eine präzise wissenschaftliche Evidenz über die positiven Auswirkungen der Hebammenarbeit auf Frauen, ihre Babys und Familien zu Grunde legt. Außerdem gibt es einen weltweiten Appell von Frauen, die sich die Hebammenarbeit einfordern. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir miteinander arbeiten, voneinander lernen und gemeinsam voranschreiten. Hiervon handelt mein Grußwort an Euch, nämlich wie wir gemeinsam vorankommen.
Das Hebammenwesen in Deutschland ist weltweit für seine unterschiedlichen Betreuungsmodelle bekannt, in denen Versorgungskontinuität angeboten wird oder es Frauen die freie Wahl des Geburtsortes ermöglicht, denn wir alle kennen eure unverwechselbaren, freistehenden Geburtshäuser. Einige eurer Nachbarländer schauen mit Neid und Bewunderung zu euch herüber, denn ihr habt ein neues Hebammengesetz verabschiedet und die Hebammenausbildung an die Hochschule überführt, in dem das Konzept der Praxisanleitung eine Besonderheit für Studierende darstellt. Das sind große Veränderungen und verdeutlichen sowohl eine klare Zukunftsvision als auch Führungskompetenz die der Deutsche Hebammenverband hier aufweist. Herzlichen Glückwunsch!

Jeder Mensch auf diesem Planeten wird geboren und die Hebammenarbeit als einer der ältesten Berufe der Welt spielt eine wichtige Rolle in Verbindung mit der Gesundheit für unsere nachfolgenden Generationen. Die Evidenzen zeigen deutlich, dass wenn Hebammen in einer Partnerschaft mit Frauen arbeiten sich sowohl die Versorgungsqualität als auch die Zufriedenheit von Hebammen und Frauen verbessert. Wir nennen das eine hebammengeleitete Versorgungskontinuität, bei der eine Frau von einem kleinen Team von Hebammen begleitet wird, mit dem sie eine vertrauensvolle Verbindung aufbauen kann und eine hervorragende, respektvolle Versorgung – sowohl medizinisch als auch psychologisch – erhält. In die Versorgungskontinuität von Hebammen muss auch investiert werden, nämlich durch Hebammenverbände, praktizierende Hebammen, andere Professionen, Krankenhäuser, Politiker*innen und natürlich die Frauen selbst. Um eine Hebammenphilosophie in der Versorgung umzusetzen braucht man eine überzeugende Zukunftsvision und eine einheitliche Stimme von beiden – Hebammen und Frauen. Die Investition in Hebammenarbeit bedeutet einerseits für uns eine höhere Arbeitszufriedenheit, und andererseits für die Gesellschaft die 16-fache finanzielle Rendite.

Das ist ein Grund warum der Internationale Hebammenverband weltweit seine Mitgliedsverbände unterstützt die hebammengeleitete Versorgungskontinuität zu implementieren. Jeder einzelne unserer 143 Hebammenverbände befindet sich in einer anderen Ausgangsposition: In dem einen Land ist die Hebammenforschung gut etabliert, in einem anderen gibt es die echte Wahlfreiheit für den Geburtsort, in einem dritten ist die Verbindung mit den Frauen ausgeprägt, wieder woanders gibt es eine Beauftragte für das Hebammenwesen im Gesundheitsministerium. Wenn wir eine gemeinsame Zukunftsvision haben, uns untereinander austauschen und voneinander lernen, sind wir in der Lage Berge in Bewegung zu setzen. Der Wandel wurde bereits eingeleitet und das Hebammenwesen in Deutschland hat der Welt viel anzubieten. Die Hebammenarbeit in Deutschland kann jedoch auch viel von den Erfahrungen anderer lernen.

Es ist eine aufregende Zeit, COVID-19 hat gerade die Notwendigkeit für Hebammen in der Gesellschaft hervorgehoben. Der Deutsche Hebammenverband hat eine klare Vision für die Zukunft, in dieser Vision wird eine frauenzentrierte, ganzheitliche Begleitung jeder Frau zu jederzeit angeboten. Hebammen sind ein wesentlicher Bestandteil in diesem Prozess und müssen ihren Platz neben der Frau in der Gesellschaft einnehmen. Das ist die Zeit in der wir als Hebammen zusammenhalten müssen, so dass wir gemeinsam mit den Frauen die Hebammenarbeit für einen übergeordneten Plan vorantreiben, zum Wohle aller für gesunde Folgegenerationen! Das Zukunftsforum Hebammenarbeit ist ein großer und wichtiger Schritt in diese Richtung!

Wenn wir alle hart arbeiten, können sich Veränderungen beängstigend anfühlen. Doch der Zusammenschluss für eine gemeinsame Vision belebt uns alle. Daher unterstützt euch gegenseitig und macht es möglich. Denn das Hebammenwesen in Deutschland ist bereits einen langen Weg in die richtige Richtung gegangen – zu einer frauenzentrierten Versorgungskontinuität durch Hebammen. Wir freuen uns darauf euch auf diesem Weg zu begleiten, wenn ihr den nächsten Schritt in Angriff nehmt.”

Video und Übersetzung wurden auf der DHV-Website am 26.10.2020 veröffentlicht.

Danke

Liebe Kolleginnen,

von Herzen möchte ich mich für Ihr Vertrauen bedanken, das Sie mir durch Ihre Wahl entgegenbringen – diese außergewöhnliche Wiederwahl.

Wir stehen derzeit sowohl als Gesellschaft im Ganzen aber auch besonders als Hebammen vor großen Umwälzungen. Die Gesundheits- und Pflegeberufe müssen endlich den Stellenwert bekommen, der ihnen zusteht, das ist nicht erst mit der Pandemie überdeutlich geworden.
Viele Anstrengungen haben wir in den letzten Jahren unternommen, viele Wege mühsam bereitet, wie zum Beispiel die Akademisierung (Umsetzung des Neuen Hebammengesetzes mit Studien- und Prüfungsverordnung auf Landesebene). Damit diese Wege hoffentlich bald beschritten werden, müssen wir weiter am Ball bleiben. Das erfordert viel Energie, Erfahrung und ein stabiles politisches Netzwerk.

Die Erkenntnis, dass ausgerechnet in so einer wichtigen Phase ein Amtswechsel mit enormem Kräfteaufwand verbunden wäre, hatte die Delegierten dazu bewogen, die Abstimmung über die dafür notwendige Sonderregelung einer dritten Amtszeit zu beantragen – und schließlich mehrheitlich anzunehmen. Für diese weiteren vier Jahre der Verantwortungsübernahme habe ich mich bereit erklärt. Nachdem ich mich gemäß den Regularien während der Tagung initiativ darauf beworben habe, wurde ich von den Delegierten gewählt. An dieser Stelle erneut meinen Dank.

Natürlich gibt es immer unterschiedliche Meinungen, die bei jeder Wahl zum Ausdruck kommen, das ist Demokratie, aus meiner Sicht die beste Form des Zusammenlebens.
Ich wünsche mir, dass wir uns miteinander gegen die momentan so heftigen Stürme stemmen und die Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Wir haben alle die gleichen Anliegen, da bin ich sicher. Und ich setze alles daran, uns Hebammen und die Familien, die wir betreuen und begleiten, in diesem Sinn weiterhin zu vertreten.

Erlauben Sie mir abschließend einen kleinen Exkurs:
Walter Momper hatte nach seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin 1989 seinen Senat neu besetzt – mit mehr Frauen als Männern. Spektakulär! Doch statt der Freude über die erstaunliche Frauenpower bekam er ordentlich Gegenwind, sogar von Frauen. Man beschuldigte ihn, sich damit nur einschmeicheln zu wollen. Ich erinnere mich, dass seine Begründung und souveräne Antwort auf die Anschuldigungen war: mit Frauen arbeite man einfach zielführender, als mit Männern. Ihnen gehe es offenbar mehr um die Sache, als um die Macht.

Liebe Kolleginnen, es wäre schön, wenn Sie meine neuerliche Amtsübernahme in diesem Sinn verstehen könnten: mir ging und geht es nicht um die Macht, dafür ist die Arbeit einfach zu anstrengend. Mir geht es um die Interessen von uns allen, als Hebammen und auch als Frauen. Dafür brenne ich nach wie vor und ich werde alles daransetzen, dass wir auf dem bereiteten Weg weiterkommen.

Ihre
Jutta Eichenauer

Hebammenverband Baden-Württemberg hat gewählt

Die Landesdelegierten des Hebammenverbands Baden-Württemberg haben auf ihrer Tagung am 12./13.10.2020 ihre neuen Vorstandsmitglieder gewählt. Aus Gründen des Infektionsschutzes wurde die Veranstaltung in einer technisch herausfordernden Video-Schaltung ausgerichtet. Zu den Berichterstattungen mussten die Fragen schriftlich im Chat formuliert werden. In Nebenräumen konnten die Teilnehmerinnen in kleineren Gruppen diskutieren, während das virtuelle Plenum immer geöffnet blieb. Digitale Wortmeldungen (die blaue Hand) ermöglichten einen geordneten Gesprächsaustausch zwischen Delegierten und Plenum.

Die technischen Herausforderungen waren wirklich für alle Beteiligten groß – für die einen mehr, für die anderen weniger. Aber wir waren gut gerüstet und die Delegierten hatten ein sagenhaftes Durchhaltevermögen.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen
Wegen der aktuell sehr komplexen Aufgabenlage hat sich die 1. Landesvorsitzende zu einer außerordentlichen dritten Amtsperiode zur Wahl stellen können und auch gestellt. Voraussetzung für die Kandidatur und Wahl war die Abstimmung über die Satzungsänderung zu § 15 „Amtsperioden“, um diese einmalige Sonderregelung einer dritten Amtszeit mit weiteren vier Jahren dort aufnehmen zu können (s. u.). Nachdem die Delegierten der Satzungsänderung zugestimmt hatten, konnte gewählt werden.
Zur Wahl standen die Ämter der 1. Landesvorsitzenden, der Schatzmeisterin, der Schriftführerin sowie der Beauftragten für Stillen und Ernährung.
Zur 1. Vorsitzenden wurde Jutta Eichenauer für die bewilligte dritte Amtsperiode gewählt und damit im Amt bestätigt. Anna-Lena Schüll wurde zur Schatzmeisterin und Luisa Seibert zur Schriftführerin gewählt. Barbara Müllerschön-Göhring wurde durch die neuerliche Wahl zur Beauftragten für Stillen und Ernährung in ihrem Amt bestätigt.
Die Sitzung endete mit der dankenden Verabschiedung der ausscheidenden Vorstandsmitglieder Daniela Becherer (Schatzmeisterin) und Nadine Schürrle (Schriftführerin).

Aufgrund des Veranstaltungsformats als Videokonferenz konnte kein Bild des neuen Vorstands gemacht werden. Die Portraits der neuen Vorstandsmitglieder werden zeitnah auf der Website im Vorstandsmenü eingestellt.

Auszug aus der neu abgestimmten Satzung mit dem erweiterten und genauer formulierten Paragrafen zu den Amtsperioden:

§ 15 Amtsperioden
(1) Die Organe des Verbandes werden auf vier Jahre gewählt. Für jedes Amt ist eine einmalige Wiederwahl zulässig.
(2) Die Wahlperiode der Kreissprecherinnen beläuft sich ebenfalls auf vier Jahre. Eine Wiederwahl ist möglich.
(3) In schwerwiegenden politischen Situationen, in denen die Landesdelegierten aufgrund der einmaligen Wiederwahl schwerwiegende Nachteile für den Hebammenverband Baden-Württemberg befürchten, kann eine Landesvorsitzenden zur Wahl für eine weitere (dritte) Amtszeit von der Landesdelegiertenversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Landesdelegierten zugelassen werden.
Der Antrag auf Beschlussfassung der Zulassung einer dritten Amtszeit kann aus der Mitte der Landesdelegierten gestellt werden. Wird der Antrag durch die Landesdelegiertenversammlung mit der notwendigen Mehrheit angenommen, so findet sodann eine Wahl der Landesvorsitzenden auf Basis der satzungsmäßig vorgesehenen Vorgaben statt, bei der auch die Amtsinhaberin wählbar ist.
Erläuterung:
Die einmalige Wiederwahl bleibt erhalten!

Um die virtuelle Tagung etwas persönlicher zu gestalten, hatte Christl Scheichenbauer an alle Delegierten ganz analog per Post ein kleines Stärkungspaket geschickt.

Corona im Winter: Lüften alternativlos!

Ordentlich Lüften heißt die Parole für den Winter. Weil mittlerweile sicher ist, dass mit Viruspartikeln angereichertes Aerosol die Hauptquelle für eine Corona-Infektion ist, lautet die Infektionsschutz-Formel jetzt
AHA+L: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken + Lüften!

Luftfilter ungeeignet!
Nun häufen sich in den Elektromärkten und Online-Shops die Angebote für Luftfilter. Doch hier ist Vorsicht geboten! Gängige Luftfilter sorgen durch das Umwirbeln der Raumluft eher für eine größere Verbreitung der Viruspartikel in geschlossenen Räumen. Für den Gebrauch in den Pflege- und Gesundheitsberufen entsprechen Sie nicht den Vorschriften!
Häufiges und richtiges Lüften hingegen kann helfen, ein Übertragungsrisiko durch an Aerosolen anhaftenden Krankheitserregern deutlich zu reduzieren – und ist somit ein wichtiger Bestandteil des Infektionsschutzes.

Auch HEPA-(H13)-Filter ersetzen nicht das regelmäßige Lüften
Verunsicherung besteht aufgrund einer vorab veröffentlichten Studie von Atmosphärenforschern der Goethe-Universität Frankfurt, die zeigt, dass Luftreiniger 90 Prozent der Aerosole in Schulklassen beseitigen können. Hierbei handelt es sich um Luftreiniger der Filterklasse HEPA (H13). Allerdings betont einer der Forscher, Joachim Curtius, dass bei den Messungen die CO2-Konzentration häufig über den empfohlenen Grenzwerten gelegen hätten. Um das kontrollieren zu können, empfiehlt er die Installation von CO2-Sensoren und betont, dass nur das regelmäßige Öffnen des Fensters die CO2-Konzentration im Raum senken könne.
„Es steht mir nicht zu, diese Filter auch für den Gebrauch in Räumen der Gesundheitsberufe zu empfehlen, dafür fehlt mir die nötige Expertise. Ungeachtet dessen sind Investitionen dieser Größenordnung, also Luftfilter plus CO2-Sensoren, für kleine Einrichtungen wie Hebammenpraxen sicher nicht machbar“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg.

Babymassage
Aufgrund der Erkenntnisse schließt sich das Angebot von Babymassagen aus, da hierfür eine ausreichende Raumtemperatur erforderlich ist. Durch vorschriftsmäßiges Lüften kann diese Raumtemperatur nicht gehalten werden. Handelsübliche mobile Raumluftfilter sind keine Alternative zum Lüften und stellen eher ein erhöhtes Infektionsrisiko dar. Professionelle raumlufttechnische Anlagen sind für die Berufsgruppe sowohl in der Anschaffung als auch in Wartung und Pflege zu teuer.

Aerosol – so schweben Viren durch die Luft

 

Umfassende Informationen
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat Tipps und weiterführende Fachinformationen zusammengestellt, wie (Arbeits-)Räume unter Corona Bedingungen richtig gelüftet werden, weshalb mobile Raumluftgeräte für den Infektionsschutz ungeeignet sind und welche professionellen raumlufttechnischen Anlagen derzeit am Markt sind.

Die wichtigsten Punkte der BGW kurz zusammengefasst:

• Stellen Sie eine ausreichende Frischluftzufuhr von außen durch freie oder technische Lüftung sicher.
• Richtiges und fachgerechtes Lüften von Gebäudeinnenräumen bewirkt eine wirksame Verringerung der Konzentration von Viren, die z. B. durch Sprechen, Niesen oder Husten ausgeschiedenen werden. Dies senkt das Infektionsrisiko in Räumen, die von mehreren Personen genutzt werden.
• Wichtig: Durch einzelne lüftungstechnische Maßnahmen können Infektionsgefahren zwar minimiert, aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wirksamer Infektionsschutz besteht aus der AHA+L-Formel = Abstand, Hygiene, Alltagsmasken + Lüften!

Natürliche/Freie Lüftung
• Lüften Sie ihre Räume durch das Öffnen von Fenstern, sollten in Corona-Zeiten Büro-, Veranstaltungs- und Seminarräume alle 20 Minuten für mindestens 5 – 10 Minuten gelüftet werden. Dabei ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit zusätzlich weit geöffneten Türen am effektivsten.

Technische Lüftung – Raumlufttechnische Anlagen
• Minimieren Sie bei RLT-Anlagen den Umluftbetrieb. Wenn möglich, verzichten Sie ganz darauf. Kann ein Umluftbetrieb nicht vermieden werden, sollten nach Möglichkeit höhere Filterstufen eingesetzt werden (z. B. von Klasse F7 auf F9), sofern technisch möglich können auch HEPA-Filter der Klassen H13 oder H14 verwendet werden.
• Generell sollte darauf geachtet werden, dass sich möglichst wenige Personen gleichzeitig in einem Raum aufhalten. Kann eine hohe Belegungsdichte in Innenräumen nicht vermieden werden, ist eine Überprüfung der Luftqualität sinnvoll. Hierbei wird die CO2-Konzentration mithilfe von CO2-Messgeräten oder –Ampeln gemessen. Hinweis: In Nicht-Pandemiezeiten sind bis zu 1.000 ppm CO2 akzeptabel. Dieser Wert sollte in Zeiten einer Pandemie immer unterschritten werden.

Mobile und dezentrale Lüfter
• Mobile und dezentrale Lüfter arbeiten nicht mit frischer Luft von außen, sondern mit der Luft, die sich im Raum befindet. Es findet also kein Luftaustauch statt. Stattdessen wird die vorhandene Luft durch den Lüfter schneller im Raum durchmischt und verteilt so die möglicherweise virenbelasteten Aerosole – dies führt zu einem höheren Infektionsrisiko.

Geburtshilfe mit Zukunft

Am 5./6. Oktober 2020 findet das DHV-Zukunftsforum Hebammenarbeit statt. Hebammen tauschen gemeinsam ihre Visionen für die Zukunft ihres Berufs aus. Die Registrierung zur digitalen Konferenz endet am 25. September 2020.
Melden Sie sich an, eine starke Beteiligung der Kolleg*innen am Austausch wird den Zukunftsvisionen zum Hebammenberuf ein schärferes Profil geben können (Anmeldung nicht mehr möglich).

„Wie bringt man etwas Archaisches wie die Geburt mit den Anforderungen und Bedürfnissen des technisch und digital hochgerüsteten 21. Jahrhunderts in Einklang? Diesen Spagat müssen wir schaffen, denn die Frauen im gebärfähigen Alter sind geprägt von der modernen Zeit, ihre Physiologie aber ist unverändert. Wie also können wir Geburtshilfe gestalten, damit die Frauen angstfrei, friedlich, möglichst natürlich und doch sicher gebären können?“ fragt Jutta Eichenauer. Wie alle Hebammen weiß sie, dass es nicht egal ist, wie wir geboren werden. Die erste Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg bringt sich mit ihren Gedanken und Wünschen in den Dialog der Hebammen im Zukunftsforum ein.

Die Bedingungen beim Geburtsvorgang wirken sich auf die Mentalität des Neugeborenen aus, davon geht man heute aus. „Das bedeutet, die Geburt entscheidet über Friedfertigkeit und Empathie oder Angst und Aggressivität – überspitzt gesagt, über Krieg oder Frieden“, so Eichenauer. Sie betont, dass Hebammen hier eine hohe Verantwortung haben. Um der gerecht zu werden, wollen sie im Austausch miteinander ihr Berufsprofil schärfen und die Möglichkeiten ausloten, uraltes und brandneues Wissen bei der Geburtshilfe in Einklang zu bringen.

Ihr geschärftes Profil, ihre Erkenntnisse und Visionen werden die Hebammen in das Zukunftsforum Geburtshilfe im November einbringen. An diesem Dialog werden nicht nur die Berufsvertreter*innen rund um die Geburt, wie Eltern, Hebammen und Ärzt*innen beteiligt sein, sondern auch Vertreter*innen aus (Versicherungs-)Wirtschaft, Politik und Zukunftsforschung. Schließlich betrifft das Thema Geburt unsere gesamte Gesellschaft.


Zukunftsdialog des Deutschen Hebammenverbandes (Trailer)


Am 11. und 12. März 2020 fanden in Berlin die Fachgruppengespräche im Rahmen des Zukunftsdialogs Geburtshilfe statt. In dynamischen Austauschrunden entwickelten Vertreter*innen verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen Visionen von einer Zukunft der Geburtshilfe.

Alkohol in der Schwangerschaft

Der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft kann erheblichen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes und dessen Entwicklung haben.

Alkohol ist ein Zellgift, das ungehindert über das mütterliche Blut die Plazentaschranke durchdringt und das Ungeborene schwerwiegend und dauerhaft schädigen kann. Die daraus resultierenden Erkrankungen werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörungen (fetal alcohol spectrum disorder, FASD) zusammengefasst. Bei konsequentem Alkoholverzicht während der Schwangerschaft ist FASD zu einhundert Prozent vermeidbar.

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. hat aus diesem wichtigen Grund ein Erklärvideo speziell für junge Frauen, Schwangere und ihre Partner*innen produzieren lassen. Das Video erklärt, warum schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit gefährlich sind und welche Konsequenzen das nach sich zieht.

Die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hat die Filmentwicklung im Rahmen der Selbsthilfeförderung unterstützt.

Effiziente Hebammenvermittlung mit Ammely

Über eine dreiviertel Million Frauen und Familien benötigen jedes Jahr eine Hebamme. Die neue kostenfreie Vermittlungsplattform www.ammely.de erleichtert sie Suche, indem sie zusätzlich zur reinen Kontaktadresse auch gleich die Verfügbarkeit anzeigt. Das ist eine Erleichterung sowohl für die Frauen als auch für die Hebammen, denn es erspart ihnen die frustrierende Kontaktaufnahme bei fehlender Kapazität.

„Wir Hebammen wollten selbst etwas entwickeln, was aus unserer Sicht für die Frauen wichtig ist. Das ist uns gelungen. Ammely ist ein Work-in-progress, es entwickelt sich weiter und wird immer besser ausgefeilt, weil wir durch die Anwendung auch weitere Bedürfnisse kennen lernen“, so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg.

Ammely ist eine Kooperation des Deutschen Hebammenverbandes e. V. mit dem Berliner Startup Keleya Digital-Health Solutions GmbH.

 

Hebammensuche leicht gemacht mit Ammely (DHV-Pressemitteilung, 11.06.2020)

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