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Geburtshaus für Oberschwaben

Auch in Oberschwaben wird es bald ein Geburtshaus geben. Im Rahmen der vom Land geförderten lokalen Gesundheitszentren (Primärversorgungszentren) entsteht in Ravensburg ähnlich wie in Radolfzell ein Zentrum mit Schwerpunkt geburtshilflicher Versorgung.

Antonia Göggerle-Locher und Annika Schubert von der Hebammerei in Ravensburg haben das Projekt mit weiteren sechs Kolleginnen auf die Beine gestellt und werden die Einrichtung als gemeinnützige GmbH leiten. Trotzt Anschubfinanzierung des Sozialministeriums bleibt noch ein hoher Betrag offen, denn das Geburtshaus wird in das 1745 erbaute Waschhaus des Klosters Weißenau ziehen. Die nötigen baulichen Maßnahmen müssen aufgrund der hohen Anforderungen des Denkmalschutzes mit großer Sorgfalt durchgeführt werden, was enorme Kosten nach sich zieht.

Förderaufruf
„Die Stadt Ravensburg verpachtet uns das historische Haus für 80 Jahre. Die Sanierungskosten (ca. 1 Mio. Euro) müssen wir jedoch selbst generieren. Zwar hilft die Bank mit, aber die Hälfte der Summe sollte durch Spendengelder eingebracht werden. Das ist eine große Aufgabe, aber gemeinsam schaffen wir das!“, so der Spendenaufruf von Antonia Göggerle-Locher. Sie bittet zudem um Weiterleitung ihres Aufrufs, um möglichst viele Spendenwillige zu erreichen.

Jetzt spenden

Über das Projekt
„Seit 3 Jahren kämpfen die Familien in unserem Landkreis für den Erhalt der geburtshilflichen Stationen“, so die acht Gründerinnen. „Leider bisher erfolglos. Das Recht der Frauen auf eine freie Wahl des Geburtsortes ist nicht mehr garantiert. Es herrscht Fachkräftemangel in den Kliniken und auch die außerklinische Geburtshilfe ist in Gefahr!
Deswegen braucht Ravensburg JETZT ein Geburtshaus und eine Anlaufstelle für werdende Familien!
Ein Geburtshaus ist eine von Hebammen geleitete, selbständige und außerklinische Einrichtung für Geburten. Das Hebammenteam des Geburtshauses betreut die werdenden Eltern vor, während und nach der Geburt. Ein Geburtshaus in Ravensburg garantiert das Wunsch- und Wahlrecht der werdenden Eltern auf die freie Wahl des Geburtsortes (§24d & §24f SGB V). Da es in der näheren Umgebung (> 60 km) noch kein Geburtshaus gibt, besteht hier ganz konkret eine Versorgungslücke. Das Geburtshaus und der dazugehörige Begegnungsort gewährleistet allen Familien eine wohnortnahe Versorgung. Unser Konzept gründet auf einer frau-zentrierten Form der Schwangerenvorsorge durch die Kontinuität der Betreuung und die 1:1 Betreuung während der Geburt. Offene Angebote bieten einen niederschwelligen Zugang für werdende Eltern und ihre Kinder. Außerdem werden Strukturen geschaffen, um die Arbeitsbedingungen von Hebammen zu verbessern und ein interdisziplinäres Netzwerk aufzubauen. So lassen sich wichtige Ressourcen der geburtshilflichen Versorgung bündeln. Als Ausbildungsstätte für Student*innen investiert die hebammerei Ravensburg in den Erhalt und die Zukunft der Hebammenprofession.“

Bundestag streicht Paragraf 219a

Heute hat der Bundestag mit großer Mehrheit den Paragrafen 219a abgeschafft, in dem das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche geregelt wurde. „Der stammt noch aus dem Jahr 1933 und verhinderte bisher die Möglichkeit, dem heutigen Informations-Bedürfnis – vor allem via Internet – gerecht zu werden“, so Jutta Eichenauer. Die 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg betont, dass es sich nicht um den Schwangerschaftsabbruch selbst handelt, sondern ‘nur’ um die Informationen dazu. „Wir begrüßen ausdrücklich die Klärung, die mit der Abschaffung dieses alten Paragrafen einhergeht. Bisher setzten sich Ärzt*innen der Gefahr der Strafverfolgung aus, wenn sie medizinisch fundierte Informationen über Möglichkeiten und Risiken z. B. auf ihren Webseiten veröffentlich haben.“ So standen noch 2018 die drei Ärztinnen Kristina Hänel, Natascha Nicklaus und Nora Szász vor Gericht. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie mit der Information zum Schwangerschaftsabbruch werben würden, was nach § 219a verboten war (wir berichteten mehrfach zum Thema).

Verschiedene Sachverhalte
Durch den zeitlichen Zusammenfall wird nun in Medien und Öffentlichkeit dieser Entscheid als Triumpf gegenüber der rückschrittlichen Entwicklung in den USA gefeiert, wo gerade der Supreme Court den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe gestellt hat. „Damit werden die völlig verschiedenen Sachverhalte leider fälschlich vermischt, was die Gegner des Schwangerschaftsabbruchs auf den Plan ruft. Die Informationen über den Abbruch werden auf die gleiche Stufe gestellt, wie der Abbruch selbst. Eine unglückliche Polarisierung, denn die Rechtssicherheit für Mediziner*innen halten wir für ebenso wichtig, wie eine fundierte fachliche Informationsleistung zu allen Aspekten des Schwangerschaftsabbruchs“, erklärt Eichenauer.

Trauer nach Schwangerschaftsabbruch
„Hebammen stehen grundsätzliche auf der Seite des Lebens. Aber es gibt Lebensumstände für Frauen, aufgrund derer sie sich für einen medizinisch nicht indizierten Schwangerschaftsabbruch entscheiden – und dieses Recht, über ihren Körper selbst entscheiden zu können, müssen sie auch haben. Wir glauben nicht, dass Frauen diese Entscheidung unreflektiert treffen, dazu ist sie zu einschneidend und schwerwiegend. Und auch sie trauern, nicht nur Frauen, die unfreiwillig ihr Ungeborenes verlieren. Daher muss sich jede Frau auf eine tabufreie und respektvolle Hilfe für alle Formen von Trauer auch nach einem Schwangerschaftsabbruch verlassen können“, so die Hebamme.

Hebammen – vernachlässigte Berufsgruppe

Immer mehr Kliniken schließen – und damit auch immer mehr Geburtshilfestationen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Geburtshilfestationen in Deutschland halbiert. Auch in Baden-Württemberg schließen mehr und mehr geburtshilfliche Abteilungen. Zuletzt war es 2021 die Geburtsabteilung in Weingarten, in der bis dahin 700 Geburten pro Jahr betreut wurden. Die drohende Schließung in Wangen/Allgäu (800 Geburten/Jahr) ist zwar vorerst vom Tisch, jedoch unter dem Vorbehalt, dass Personalsituation und Geburtenrate in den nächsten zwei Jahren stabil bleiben und die Defizite ausgeglichen werden können, die sich aus der zu geringen Fallpauschale für Geburten zwangsläufig ergeben.

„Da muss man sich doch fragen, wo sollen die Frauen jetzt hin? Und wie sieht das in den übrigen Kreißsälen aus, die dann diese Geburten zusätzlich stemmen müssen – räumlich wie personell? Konnten sie sich darauf einstellen? Und was passiert mit den Hebammen, die durch die Schließung beruflich bedroht sind? Und wie geht es denen, die dadurch einer weiteren Mehrbelastung ausgesetzt werden?“, fragt Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Verärgert ist sie darüber, dass in der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach berufen hat, zwar Expert*innen aus Pflege und Medizin sitzen, Hebammen aber nicht mit einbezogen sind. „Wieder einmal werden wir Hebammen einfach übergangen“, so Eichenauer.

Tarifvertrag – neuerliches Lippenbekenntnis?
Da gerade diese Berufsgruppe so selten beachtet wird, widmete ihr das ZDF-Verbrauchermagazin WISO seinen bemerkenswerten Beitrag anlässlich des Tags der Arbeit (WISO, 2. Mai 2022):
Seit Jahren versuchen Hebammen, auf die existentiellen Probleme aufmerksam zu machen, die ihre Arbeit und somit das Leben von Mutter und Kind bedrohen. „Bevor Hebammen streiken, müssen die Bedingungen wirklich so schlecht sein, dass es gar nicht mehr geht. Und schlimmer“, betont Andrea Ramsell, Beirätin für den Angestelltenbereich im Präsidium des Deutschen Hebammenverbands e. V., im Beitrag. In Berlin war es schließlich so weit, im Oktober 2021 wurde gestreikt. Danach sah es zunächst so aus, als ob der Streik erfolgreich gewesen wäre, denn ein Tarifvertrag wurde ausgehandelt, der am 1.1.22 in Kraft hätte treten sollen. Geändert aber habe sich nichts – so der Stand im Mai 2022.

Lasst uns nicht im Regen stehen
In der Öffentlichkeit wird die prekäre Situation von Hebammen und Geburtsstationen viel mehr beachtet. In den sozialen Medien zeigen Hashtags wie

#lasstunsnichtimregenstehen
#unersetzbar
#hebammen
#hebammensindunersetzbar

die Virulenz der Debatte, die auch viel prominente Unterstützung findet. Nur die Politik schweigt weitestgehend.
„Hebammen sind froh über jede Unterstützung. Aber selbst beispielhaft großangelegte Online-Petitionen, wie die Forderung einer wohnortnahen Geburtshilfe in Niedersachsen, wirken sich nicht auf die Pläne zur Reform des niedersächsischen Krankenhausgesetzes aus – in Baden-Württemberg steht nicht einmal eine solche an“, beklagt Eichenauer und schließt sich dem Kernsatz von Heiner Scheffold an, Chef der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), der jüngst in einem Interview zitiert wurde:
„Wenn man um Rettungsschirme betteln muss, ist das unwürdig.“ (Schwäbische Zeitung, 19.5.22)

Schwangerschaft ja – Rauchen nein!

Heute ist internationaler Rauchfrei-Tag. Dass Rauchen die Gesundheit bedroht, ist schon lange nicht mehr neu.
Vor allem in der Schwangerschaft, aber auch schon bei deren Planung, ist es wichtig, auf das Rauchen vollständig zu verzichten. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat jüngst einen Flyer veröffentlicht, der darüber aufklärt:

Rauchfrei durch die Schwangerschaft – es lohnt sich!

Darin gibt es auch Tipps, die helfen, in der Schwangerschaft und Stillzeit rauchfrei zu bleiben.

Auch der Hebammenverband Baden-Württemberg hat beim Entstehen der Broschüre mitgewirkt und die Aspekte aus Sicht der Hebammen eingebracht. Wer Fragen dazu hat, kann sich jederzeit an die Hebamme wenden.

Weiterführende Informationen und Links gibt es auch unter: www.schwanger-ja-rauchen-nein.de

Alkohol ist besonders schädlich für das Ungeborene
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass auch Alkohol in Schwangerschaft und Stillzeit ein hohes Risiko birgt. Darauf weisen wir regelmäßig hin. Hierzu hatte das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bereits 2016 eine Broschüre herausgegeben, an der wir ebenfalls mitgewirkt haben.

Chancengleichheit

Die 6. Internationale Konferenz der DGHWi (Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft) findet am 28. und 29. Juli 2022 an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur statt. Das Thema dieses Jahr: „Chancengleichheit – Equality & Equity in Childbirth“.

Austausch und Vernetzung
Die 6. Internationale Konferenz soll dem fachlichen Austausch und der Vernetzung von Hebammen und anderen Professionen im deutschsprachigen und europäischen Raum dienen, die sowohl in der Forschung, der Lehre oder (außer-)klinischen Praxis tätig sind und an der Hebammenwissenschaft Interesse haben. Sie will einen Reflexions- und Diskussionsraum schaffen, welcher Forschungsinteressen weckt, innovative Ansätze der Hebammenversorgung stimuliert und die Reflexion von (außer-) klinischen Erfahrungen und eigener Forschungstätigkeit befördert.
Im Rahmen der Konferenz werden Forschungsergebnisse und wissenschaftlich-methodische Herausforderungen der Hebammenwissenschaft sowie relevanter angrenzender Wissenschaften in Vorträgen und Posterpräsentationen zur Diskussion gestellt.

„Die DGHWi ist enorm wichtig, durch sie haben wir die Möglichkeit, hebammenrelevante Themen selber und nicht von anderen Disziplinen zu beforschen, “ so Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg.
Die DGHWi ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein und fördert als unabhängige wissenschaftliche Fachgesellschaft hebammenwissenschaftliche Forschung, Lehre und Praxis.

Informationen, Programm und Anmeldung

Bezirkstreffen 2022 – save the date

Beim letzten Bezirkstreffen gab es mehr Teilnehmerinnen als je zuvor: digital der absolute Volltreffer, daher wird es auch dieses Jahr so fortgesetzt.

„Das digitale Format hat Vor- und Nachteile. Sich persönlich zu sehen, das ist halt schon etwas anderes“, so Christel Scheichenbauer, 2. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg und Organisatorin der Bezirkstreffen. Der große Zuspruch jedoch zeigt, dass die Vorteile überwiegen: kein Zeitaufwand für An- und Abreise, kein Kostenaufwand für Fahrt und gegebenenfalls sogar Unterkunft. Für die meisten Hebammen sind beide Punkte schlagende Argumente für die Teilnahme – bei der Video-Schalte alles kein Thema.

Viele Anregungen, Wünsche und Fragen werden uns unterjährig mitgegeben. Gerne können auch Sie dieses Jahr wieder Ihre Fragen und Themenwünsche im Voraus zuschicken – wir werden sie in die Tagesordnung integrieren. Von unserer Seite aus möchten wir mit Ihnen auf jeden Fall über nachfolgende Punkte ins Gespräch kommen:

• Pandemie
• Umsetzung der Akademisierung
• Praktische Ausbildung/Externat
• Basisinformation TI (Telematik Infrastruktur)
• Zeit für Ihre Anliegen und Fragen

Die Termine:

• 15. März 2022, 9.00 – 12.15 Uhr
• 26. April 2022, 14.00 – 17.15 Uhr
• 20. Mai 2022, 9.00 – 12.15 Uhr

Der Zoom-Zugang wird zwei Tage vorher verschickt.

Anmeldung bitte spätestens bis eine Woche vorher (nur mit gültiger E-Mail-Adresse) an:

Frau Christel Scheichenbauer
2.vorsitzende@hebammen-bw.de
Telefon 07144 – 98 26 16

Bezirkstreffen 2022 – Einladung

Es muss sich etwas ändern – „dann kann man auf mich zählen“

Am 5. Mai ist Internationaler Hebammentag.

Seit Jahren leidet die stationäre und ambulante Hebammenversorgung unter einem großen Versorgungsnotstand. Hohe Arbeitsverdichtung und -belastung prägen seit Langem den Alltag der Hebammen in Deutschland. Ungeplante Krankheitsausfälle aufgrund von COVID-19-Infektionen sowie der erhöhte Arbeitsaufwand, bedingt durch Maßnahmen zur Reduktion des Ansteckungsrisikos, verschärfen seit Monaten die Lage. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht, wo sie nicht durch Einzelfallprüfung ausgesetzt wird, kommt hinzu.

Dennoch werden Hebammen in den Debatten um die jahrelange hohe Belastung und die nunmehr seit zwei Jahren andauernde Mehrbelastung des medizinischen Personals kaum berücksichtigt. Selbst bei wohlwollenden Gesten wie die Boni werden Hebammen völlig außer Acht gelassen.

„So kann es nicht weitergehen“, mahnt Jutta Eichenauer, 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg e. V. „Hebammen arbeiten seit Jahrzehnten am Limit – mit gravierender Sogwirkung, denn je härter der Beruf wahrgenommen wird, desto weniger sind bereit, sich darauf einzulassen. Die Folge ist eine weitere Verschärfung der Arbeitssituation. Eine berufliche Abwärtsspirale“, so Eichenauer.

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV), der bundesweit rund 22 000 Hebammen vertritt, hat jüngst eine Erhebung unter ihnen durchgeführt, um mit Zahlen und klaren Aussagen das Problem zu dokumentieren. Die Frage: Unter welchen Umständen würde man heute in den Beruf als Klinikhebamme (wieder-)einsteigen.
Das Fazit: Wenn die Eins-zu-eins-Betreuung der Frau garantiert ist, die Hebamme nur Hebammentätigkeit ausführen muss und hebammengeleitete Geburtshilfe nicht nur leere Worte sind, dann würde sie (wieder/mehr) im Kreißsaal arbeiten.

Am Welt-Hebammentag um 10 Uhr gibt der DHV eine Pressekonferenz, die über die DHV-Website live mitverfolgt werden kann. Pressemeldungen wird der DHV nutzen, um mit Politiker*innen und Klinikleitungen in Kontakt zu treten, starke Argumente für die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Hebammen-Themen vorzubringen und endlich eine Eins-zu-eins-Betreuung in den Kliniken zu erreichen.

„Wir hoffen, dass Politik und Gesellschaft durch den dramatischen Notstand während der Pandemie aufgerüttelt wurden und das, was mittlerweile wieder als Normalzustand akzeptiert wird, endlich richtig betrachten, als das, was es seit Jahren ist, ein ständiges Arbeiten am Limit“, fordert Eichenauer als Berufsvertreterin, Hebamme und auch als Großmutter, denn die Auswirkung auf die Versorgung sei längst spürbar.

Harte Realität – Statements aus der Umfrage

„Ich liebe die Arbeit im Kreißsaal – aber so kann ich unter keinen Umständen mehr dort arbeiten.“ J. B.-S.

„Unfair für werdende Familien und Personal gleichermaßen.“ J. H.

„So kann es nicht weitergehen! Ich habe nach 3 Jahren Kampf, etwas zu verändern, die Konsequenzen gezogen und gekündigt!“ M. G.

„Ich habe gekündigt, nachdem der Hebammenmangel so eklatant wurde, dass wir mit 1400 Geburten, alleine im Dienst waren, ohne Reinigungskraft. Irgendwann konnte selbst ein Nachdienst gar nicht mehr besetzt werden und alle Frauen, die am Nachmittag davor sich gemeldet haben, wurden wegen Überfüllung verlegt, es wurde nicht kommuniziert, dass der Kreißsaal nicht besetzt war.“ A. B.

„Die Bedingungen der Klinischen Geburtshilfe führen dazu, Geburt als ein urphysiologisches weibliches Ereignis ‚unmöglich‘ zu machen… das Trauma Geburt (sowohl für Frauen, Paare, Kinder als auch für uns Hebammen) benötigt zwei Einsen und den Doppelpunkt als Verbindung – 1:1! [eine Hebamme betreut eine Schwangere; Anm. d. Red.] Alles spricht dafür – nur das System dagegen!“ M. C.-B.

Auswertung der Umfrage „Jede von uns zählt“ für Baden-Württemberg

Forschungsarbeit zur eingeschränkten Wahl des Geburtsortes

Für ihre Masterarbeit über den Einfluss einer eingeschränkten Wahl des Geburtsortes auf das Geburtserlebnis sucht Carolina Fink Frauen, die in den letzten 5 Jahren geboren haben und für ein Gespräch mit mir bereit sind. Dies kann online oder vor Ort stattfinden und wird 30-60 Minuten in Anspruch nehmen.

Eine eingeschränkte Wahl ist vorhanden, wenn:
– Die Frau gerne außerklinisch geboren hätte, aber keine Angebote verfügbar waren
– lange Anfahrtswege an eine Klinik nur eine Klinik in Frage kommen lassen
– Ablehnung der Wunschklinik

Um aus einer ganzheitlichen Perspektive für die gesetzlich zugesicherte freie Wahl des Geburtsortes einzustehen, wird eine wissenschaftliche Grundlage aus Sicht der Leistungsnehmerinnen im Gesundheitswesen benötigt. Das soll die Masterarbeit leisten.

Die Hebamme Carolina Fink studiert im Masterstudiengang Angewandte Gesundheitsförderung der Hochschule Furtwangen. Sie steht für Fragen jederzeit zur Verfügung: Carolina.theresia.fink@hs-furtwangen.de mobil 015253571737

Infoblatt

Geburtsangst?

Im Rahmen einer internationalen Studie zu Geburtsangst (Tokophobie) bei Frauen führen Simone Losbichler (B. Sc.) und Ramona Pfaffinger (B. Sc.) eine online-Befragung durch. Teilnehmen können alle Frauen ab 18 Jahren, bevorzugt Frauen, die noch nie schwanger waren, aktuell schwanger sind und Frauen, deren letzte Geburt bis zu zwei Jahre zurückliegt.

Online-Umfrage https://kuei.fra1.qualtrics.com/jfe/form/SV_3w4y1H1RtiSONoO

Die Umfrage ist anonym, es können keine Rückschlüsse über die Teilnehmerinnen gezogen werden. Sie dauert zwischen 5 und 30 Minuten.

Bei Fragen können Sie sich jederzeit an Simone Losbichler und Ramona Pfaffinger wenden.

Die Studie ist an den Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt angegliedert. Sie wurde durch die Ethikkommission der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt genehmigt. Im Rahmen des Gesamtprojektes werden die ethischen, gesetzlichen, berufsrechtlichen Regelungen und wissenschaftlichen Standards gemäß der Deklaration des Weltärztebundes von Helsinki, der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie gemäß den ethischen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGP) und des Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) beachtet.

Flyer zur Studie

Infotext zu Geburtsangst (Tokophobie)

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Der Flüchtlingsstrom aus den Kriegsgebieten in der Ukraine reißt nicht ab. Auch in Deutschland kommen immer mehr Geflüchtete an. Alle zuständigen Gremien in Baden-Württemberg haben sich darauf verständigt, ihnen so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Dazu gehört auch der Umgang mit Krankenversorgung und Hebammenhilfe.

Kompakte Informationen zum Thema Schwangerschaft, Geburt und junge Mutterschaft bieten folgende Flyer:

Федеральний фонд «Мати і дитина» (Bundesstiftung Mutter und Kind)

SIE SIND SCHWANGER? SIE HABEN GERADE IHR KIND GEBOREN? (DHV)

ВИ ВАГІТНІ? ВИ ЩОЙНО НАРОДИЛИ ДИТИНУ? (DHV)

Informationen aus der Praxis in Baden-Württemberg
Die Hebammenlandesverbände von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen haben seit 2015 eine gemeinsame Website „Hebammenhilfe für Flüchtlinge“. Sie wird regelmäßig aktualisiert und informiert darüber, wie die beiden Bundesländer die Flüchtlings-Unterstützung handhaben und wie das im Bund aussieht. Hier gibt es zahlreiche weiterführende Informationen zum Thema.

Informationen zur Hebammenhilfe für Geflüchtete in Baden-Württemberg

Bundesweite Regelungen
Was bei der Hebammenversorgung für Geflüchtete zu beachten ist, hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) zusammengestellt. Wie immer gilt es, Sprachbarrieren zu lösen und darauf zu achten, wie andere Kulturen mit Schwangerschaft und Geburt umgehen. Bei Geflüchteten muss vor allem auch auf eine traumasensible Begleitung geachtet werden. Neben der zwischenmenschlichen Herangehensweise müssen Hebammen natürlich auch die juristischen, versicherungs- und abrechnungstechnischen Rahmenbedingungen kennen. Hierzu gibt es auch weiterführende Links.

Die Videobetreuung von Ammely steht auch in russischer Sprache zur Verfügung, die Übersetzung ins Ukrainische ist in Arbeit und wird dann ebenfalls bei Amely zu finden sein.

Wichtige Hotlines für Hilfe nach Gewalt
Der Landesfrauenverband Baden-Württemberg weist auf Notrufnummern mit Hilfe in Ukrainischer Sprache hin, an die sich Frauen wenden können, die Gewalt und sexuellen Missbrauch auf der Flucht erlebt haben.

Private Hilfe und Spenden
Wir bekommen vermehrt Anfragen von Kolleginnen, die privat Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen wollen. Wie man Hilfe anbieten kann und was dabei zu beachten ist, hat SWR3 auf seiner Website in Form von hilfreichen Fakten und begleitenden Interviews zusammengestellt – auch speziell für Baden-Württemberg.

Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft ist an mehreren Städten vertreten, in Baden-Württemberg zum Beispiel in Freiburg. Hier findet man u. a. alle Informationen zu benötigten Hilfsgütern sowie Spendenkonten.

Geflüchtete Kolleginnen
Aus der Ukraine sind auch viele Kolleginnen geflüchtet, die bereits auf der Flucht tätig waren und nun hier im Asyl helfen und als Hebammen tätig sein wollen. Wie sie das tun können, ob ihr Abschluss hier anerkannt ist und was sonst noch alles dabei zu beachten ist, darüber können sie sich bei zwei Kolleginnen informieren, die ihre Unterstützung angeboten haben:

Prof. Dr. rer. medic. Melita Grieshop, Professorin für Hebammenwissenschaft (Studiengangsleitung Hebammenkunde/Hebammenwissenschaft) an der Evangelischen Hochschule Berlin
grieshop@eh-berlin.de
und
Dr. Henrike Todorow, Studiengangsverantwortliche für den Studiengang Hebammenkunde am Universitätsklinikum Leipzig
Henrike.Todorow@medizin.uni-leipzig.de

Beitragsbild: Cover des Flyers der Bundesstiftung Mutter und Kind (Ausschnitt)
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